Jahrelang galt: Wer einen flachen Bauch will, macht möglichst viele Crunches. Doch Fitness-Experten und Physiotherapeutinnen trainieren die Körpermitte heute ganz anders - oft sogar mit deutlich weniger Bewegung.
Der Grund: Crunches trainieren vor allem den geraden Bauchmuskel, also den klassischen Sixpack-Muskel. Doch der Core muss viel mehr können: stabilisieren, Bewegungen kontrollieren und Kraft übertragen.
Wie womenshealth.de berichtet, setzen moderne Core-Konzepte deshalb stärker auf Stabilität und kontrollierte Spannung. Besonders wichtig ist dabei der tiefliegende Bauchmuskel Transversus abdominis, der wie ein Gürtel um die Körpermitte liegt.
Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte: Tiefe Ausatmung aktiviert diesen Muskel stärker als klassische Crunches oder Ball-Crunches. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Atmung und Core-Spannung enger zusammenhängen als lange gedacht.
Das bedeutet aber nicht, dass Atmung das Bauchtraining ersetzt - sie ergänzt es. Viele aktuelle Core-Ansätze kombinieren gezielte Atemspannung deshalb mit Stabilitätsübungen wie Planks, Dead Bugs oder dem Pallof Press.
Mit einem Mix aus diesen Übungen förderst du Spannung, Balance und Kontrolle gleichzeitig: Planks trainieren Ganzkörperstabilität, Side Planks fördern die seitlichen Bauchmuskeln, Dead Bugs schulen die Koordination bei Core-Spannung, und der Farmers Carry fördert den Core unter Belastung im Stehen.
Crunches müssen aber nicht komplett aus dem Training verschwinden. Vor allem für den geraden Bauchmuskel können sie weiterhin effektiv sein - allerdings als Ergänzung zu Stabilitätsübungen, nicht als alleiniges Training. Für einen wirklich starken Core reichen sie allein aber nicht mehr aus.