"Ist das wirklich notwendig?", fragt sich Brigitte (Name geändert). Die langjährige Besucherin der Wiener Bäder zeigt sich über die heurigen Änderungen in den Kombibädern verärgert. Bis Anfang Mai ging die Wienerin regelmäßig im Großfeldsiedlungsbad schwimmen – sowohl in der Schwimmhalle als auch in der Trainingshalle. Doch seit der Eröffnung der Freibadsaison ist vieles anders.
"Alle Hallenbäder, die zu einem Kombibad gehören, sind seitdem offenbar nur mehr über das Freibad zugänglich", schildert die "Heute"-Leserin. Besonders stößt ihr auf, dass die Hallenbereiche weitgehend leergeräumt wurden. "Und es gibt keine Möglichkeit, sich auch nur kurz hinzusetzen. Ist das wirklich notwendig? Führt diese Maßnahme zur Ersparnis?", ärgert sie sich.
Für zusätzlichen Unmut sorgt die Situation bei den Trainingshallen. Im Großfeldsiedlungsbad war die Trainingshalle bisher auch für reguläre Badegäste geöffnet. "Letztes Jahr war das sogar während des Sommers möglich", meint die Wienerin.
Die Stadt Wien verweist auf organisatorische Gründe. Die Schwimmhallen in den Kombibädern Simmering, Ottakring, Großfeldsiedlung und Donaustadt würden während der Sommersaison als Erweiterung der Freibäder betrieben und seien daher nur über diese zugänglich. Die Saunaabteilungen bleiben in dieser Zeit geschlossen.
Von Anfang Mai bis Mitte September würden die Anlagen organisatorisch als Sommerbäder geführt. "Der Personaleinsatz und die Arbeitsprozesse sind für den Sommerbadbetrieb optimiert, die Schwimmhalle wird nur als zusätzliche Wasserfläche angeboten", heißt es.
Deshalb stünden die Umkleiden in den Hallen grundsätzlich nicht für den regulären Publikumsbetrieb zur Verfügung. Auch die Reduktion von Liegen und Sitzmöglichkeiten sei Teil dieses Konzepts. Ziel sei es, "den Personaleinsatz sparsam, zweckmäßig und wirtschaftlich zu gestalten und die Reinigungsprozesse zu optimieren".
Eine erste Ausnahme wurde aber bereits eingeführt: "Wenn bei niedrigen Temperaturen der Sommerbadbetrieb gering ist und somit mehr Personalressourcen zur Verfügung stehen, können die Umkleiden der Schwimmhalle ausnahmsweise auch genutzt werden", erklären die Wiener Bäder gegenüber "Heute".
Warum die Trainingshallen im Sommer nicht für alle geöffnet werden, begründet die Stadt ebenfalls mit dem Personalbedarf. "Die Öffnung der Trainingshalle erfordert eine weitere Beckenaufsicht." Gleichzeitig stehe in den Sommermonaten das Freibad als zusätzliche Wasserfläche zur Verfügung.
Dass die Änderungen nicht bei allen Gästen gut ankommen, ist den Verantwortlichen bewusst. Man freue sich jedoch darüber, dass "die allermeisten Badegäste Verständnis dafür haben", betonen die Wiener Bäder. Die Maßnahmen seien notwendig, um den Betrieb aller 38 Wiener Bäderstandorte langfristig sicherzustellen. Als Ausgleich verweist die Stadt auf neue Angebote wie verlängerte Öffnungszeiten im Strandbad Alte Donau, die geplante "Fast Lane" im Gänsehäufel, zusätzliche Plätze bei Sommerschwimmkursen sowie die neue Ein-Monats-Karte.