Große Taubenschwärme und immer mehr Ratten sorgen rund um den Leopoldauer Platz in Floridsdorf für Ärger und Ekel bei Anrainern. Das Problem wird angeblich immer schlimmer, nun wurde sogar zu einem Tauben- und Rattengipfel mit Bezirksvorsteher Georg Papai (SP) geladen.
Laut Bezirksvorstehung geht das Problem auf eine Pensionistin zurück, die im Karl-Seidl-Park beim Leopoldauer Platz regelmäßig große Mengen Futter ausbringt. Durch die steigenden Futtermengen seien in den vergangenen sechs Monaten zunehmend auch Ratten angelockt worden.
Die ca. 80-Jährige soll zunächst nur auf ihrem eigenen Grundstück Tauben gefüttert haben. Hat dann die Fütterungen auf öffentliche Plätze ausgeweistet. Laut "Kurier" habe sich die Dame dafür sogar per Lieferwagen Speck und Mais für die Taubenfütterung anliefern lassen. Auch Ratten naschen kräftig mit – die Folgen sind rund um den Leopoldauer Platz deutlich sichtbar.
Anrainer berichten von massiven Verschmutzungen durch Taubenkot, befürchten hygienische sowie gesundheitliche Probleme. Bereits aufgestellte Rattenboxen hätten bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Nun wurde ein rund 1,20 Meter hoher Zaun errichtet. "Der ist dort errichtet worden, um eben den Zugang von genau dieser Seite, wo gefüttert wird, zu erschweren", so Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) zu ORF "Radio Wien".
Zusätzlich sind in dem Bereich nun verstärkt Waste Watcher dert Stadt Wueb unterwegs. Sie sollen gegen exzessives Füttern vorgehen und bei Verstößen Strafen verhängen. Außerdem wurden weitere Rattenköderboxen aufgestellt. "Denn durch engagierte Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Leopoldauer Platz, die mithelfen, das Futter auch wieder wegzuräumen, werden jetzt die Köderboxen wieder angenommen", erklärte Papai.
Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, könnten diese künftig noch angepasst werden, kündigte der Bezirksvorsteher an. Die Anrainer leiden seit Jahren unter der Taubenplage. Bereits 2019 hatte es ein Treffen zwischen Bewohnern und Bezirksvorsteher Papai gegeben. Das Problem konnte damals allerdings nicht gelöst werden.
Zwar gibt es in Wien kein generelles Taubenfütterungsverbot, das Ausbringen von Futter kann jedoch laut Wiener Reinhaltegesetz als Verunreinigung öffentlicher Flächen und damit als Verwaltungsübertretung gewertet werden.