Zu Tauben hat jeder Wiener eine klare Meinung – die einen lieben, die anderen hassen die Flattertiere. Laut Wildtierservice Wien leben bis zu 60.000 Tauben in Wien – die intelligenten Vögel merken sich Futterstellen und sogar Gesichter von Menschen. Früher war in Wien jeder große Platz voll mit den Vögeln, weil sie dort ständig von Menschen gefüttert wurden. Doch durch Maßnahmen und Verbote ist das große Geflatter dort längst Geschichte.
Laut Wiener Reinhaltegesetz ist Taubenfüttern verboten. Wer Tauben auf öffentlichem Grund mit Körnern anlockt, muss bis zu 200 Euro Strafe zahlen. Eine Taubenschützerin machte schon mehrmals die Bekanntschaft mit den Magistratsbediensteten. "Ich habe am Keplerplatz in Favoriten Futter gestreut und wurde zwei Mal erwischt. Nun soll ich zwei Mal 70 Euro bezahlen", beschwert sich Diana V. gegenüber "Heute".
Die Tierrechtsaktivistin will die 140 Euro nicht bezahlen, wandte sich mit den beiden Taubenschützerinnen Anne E. und Brigitte S. an Star-Anwältin Astrid Wagner, die für ihre Tierliebe bekannt ist. Nun wird überlegt, einen Einspruch gegen die ins Haus geflatterten Strafbescheide einzulegen – die Erfolgsaussichten wären laut Wagner jedoch gering.
Deshalb will man nun gemeinsam das Image der grauen Stadttauben aufpolieren. "Sie werden zu Unrecht stigmatisiert", so Star-Anwältin Wagner. "Deshalb setze ich mich für sie ein. Tauben sind liebevolle Lebewesen." Futterplätze sollen legalisiert werden, fordern die Taubenschützerinnen. "Als Friedenstauben sind sie gut genug", so Aktivistin Anne E. Die drei Aktivistinnen fordern mehr Taubenschläge. "Taubenfüttern soll in Futterzonen legal sein!" Aber nur mit Körnern und Weizen – "Brot vertragen sie nicht".