Tierisches Findelkind

Brieftaube "Dorothea" fährt Auto und schläft im Bett

In Ernstbrunn lebt ein ganz besonderes Haustier, denn Brieftaube "Dorothea" fährt lieber mit dem Auto, als zu fliegen. "Heute"-Tierisch war vor Ort.
Christine Kaltenecker
18.04.2026, 08:45
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Als Michael Bübl an einem kalten und winterlichen Abend vor ungefähr sechs Monaten ein kleines, dunkles Häufchen vor dem Vis-a-vis Wirten seines Wochenendhauses in Ernstbrunn (NÖ) fand, wusste der Tierfreund noch nicht, dass er bald ein Haustier mehr im Bett haben würde. Taube "Dorothea" denkt nämlich nicht daran, zu ihrem Schlag zurückzukehren, nachdem sie vom kuscheligen "Neu-Herrli" gesund gepflegt wurde.

"Heute"-Tierisch Redakteurin Christine Kaltenecker musste sich hier natürlich selbst ein Bild machen und fand einen Mann mit buchstäblich besonderem Vogel.

Die Glocke

Unabhängig davon, dass sich das Geschlecht einer Taube richtig schwer feststellen lässt und man nach der Genesung durch das Balzverhalten von "Dorothea" eher auf einen "DorotheO" schließen müsste, erhielt das wilde Taubsi seinen Namen durch Radio Niederösterreich. Justament nämlich zur Mittagsstunde, als die "Glocken der heiligen Dorothea" läuteten, schlug der pflegebedürftige "Postler" wieder zum ersten Mal mit den lädierten Flügeln. "Das war wie ein Wink vom lieben Gott", erzählt Michael Bübl über das erste Zeichen der Besserung.

Besitzer unbekannt

Obwohl die Brieftaube beringt ist, lässt sich der Besitzer kaum feststellen und schon gar nicht kontaktieren. Fakt ist aber, dass es sich um eine "deutsche Einfliegerin" handelt, der offensichtlich am Rückweg die Kraft ausging und die zum Glück fast vor den Füßen des Tierliebhabers landete. "Zwei Tierärzte wollten den Vogel gar nicht behandeln, da Tauben bei uns immer noch kaum Wert haben", so Michael nachdenklich. Erst beim dritten Veterinär hatte man Erfolg und "Dorothea" wurde geholfen.

Fußball, Trump und Katerkuscheln

Mit jedem Tag kristallisierte sich mehr und mehr das aberwitzige Naturell des besonderen Vogels hervor. "Sie hätte schon öfter einfach wegfliegen können, tut es aber nicht, weil sie offenbar den 'Luxus' vermissen würde", lacht der Wiener in seinem Ferienhaus. "Sie bekommt nur das beste Futter, darf mit uns gemeinsam Fernsehen und kuschelt sogar mit unserem alten Kater, wenn sie frisch gebadet wurde".

Apropos Fernsehen: die Lieblingssendungen der Taube sind offenbar internationale Nachrichten über das Weltgeschehen und Fußball, was ein weiteres Indiz für die Männlichkeit wäre.

Eine symbiotische Beziehung zwischen Tier und Mensch. Schön, oder?
©Heute
„"Ich kann nicht verstehen, warum Tauben immer noch so ein schlechtes Image haben, immerhin waren sie jahrhundertelang unsere treuen Verbündeten zur Übermittlung von Nachrichten“
Michael Bübl

Und tatsächlich: Die Brieftaube zeigte sich auch uns gegenüber vollkommen entspannt und flirtete lautstark mit dem typischen "Guru". Streicheln mag sie gerne und sauber ist sie auch, denn "Dorothea" erleichtert sich nur an ganz bestimmten Plätzen und verwandelt keinesfalls "ihr" Haus in ein Taubenklo.

Partnerschaft

Auch wenn man spürt, dass sich hier Taube und Mensch in einer symbiotischen "Beziehung" befinden, hätte das tierliebe Herrchen schon gerne einen Partner, oder im Fall von "DorotheO" eine Partnerin für das monogame Haustier. "Mal sehen, was die Zukunft bringt, aber die Taube soll natürlich ihr Leben so artgerecht wie möglich verbringen und auch die große Liebe finden", sagt der Vogelflüsterer. Tja, Michael - bist das nicht vielleicht doch du?

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