Die Temperaturen steigen, die Natur erwacht – doch für viele Vögel ist das Frühjahr eine besonders kritische Zeit. Während die Wintervorräte längst aufgebraucht sind, lassen Insekten und Sämereien noch auf sich warten. Deshalb sollten Vogelfreunde die Futterstellen nicht zu früh abbauen. Vor allem in Großstädten kann ein abrupter Futterstopp für die gefiederten Bewohner gefährlich werden.
Besonders Vogelweibchen brauchen zur Brutzeit zusätzliche Nährstoffe. Florian Scheiba vom NABU Bremen erklärt: "Eier produzieren und legen ist sehr energieaufwendig. Deshalb benötigen Vogelweibchen zu Beginn und während der Brutzeit energiehaltiges Futter und vor allem Kalzium."
Experten empfehlen, die Zufütterung mindestens bis Mai fortzusetzen. Auch Jungvögel profitieren vom Kalzium für ihr Wachstum und den Knochenaufbau. Als geeignetes Futter gelten: zerstoßene Eierschalen oder Muschelschalen als Kalziumquelle, getrocknete oder lebende Mehlwürmer sowie Sämereien wie Mohn, Leinsamen oder Hanf.
Von April bis Juli ist Fettfutter tabu – auch Meisenknödel. Der hohe Fettanteil ist für Jungvögel schwer verdaulich. Brot und Essensreste sind ganzjährig ungeeignet, da sie schädliche Salze enthalten können.
Ein unterschätzter Tipp: Futterhäuschen und Tränken sollten täglich mit heißem Wasser gereinigt werden. Wenn du die Fütterung im späten Frühjahr beenden möchtest, lass das Angebot langsam über mehrere Wochen auslaufen.