Schön langsam weicht das ewige Grau dem Blau und die nackigen Bäume bekommen erste Knospen. Vor allem im Wald kann man schon einige Farbtupfen durch Primelnester, Schneeglöckchen und Erika bewundern – einfach ausgedrückt? Der Frühling ist da! Und mit dem Frühling kommen auch die ersten hungrigen Insekten aus ihrem Winterversteck.
Gerade in dieser Zeit herrscht aber ein richtiger Überlebenskampf in den ersten lauen Windbrisen, denn das Futter ist knapp und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge suchen verzweifelt Nahrung. Die Krux hier? Palmkätzchen gelten neben den Blüten der Kornelkirsche, der Haselnuss und dem Krokus als wichtigste Energiequelle und sollten keinesfalls von uns für ein Fest zweckentfremdet werden.
„Salweiden Palmkätzchen, auch wertvolle Bienenweide genannt, sind im Vorfrühling eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Bestäuber.“Alexios WiklundSprecher, Österreichischer Tierschutzverein
Wie immer hat jeder Eingriff in die Natur gleich auf mehrere Mitglieder einer Nahrungskette Einfluss, denn weniger Palmkätzchen heißt weniger Insekten, heißt weniger Vögel.
Floristen bieten oft nachhaltig gezüchtete Alternativen an oder man setzt auf künstliche Dekoration: Hochwertige Stoffblumen halten ewig und schaden keinem Tier.
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In der Brutzeit sind viele Vogelarten wie Meisen, Rotkehlchen oder Feldsperlinge stark auf Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge angewiesen, da diese ein eiweißreiches Futter für die Jungvögel sind. Fehlen diese Insekten, hat das fatale Folgen für unsere Vögel. Viele Heimkehrer (Star, Feldlerche, Kiebitz) kommen geschwächt aus dem Süden zurück und finden schlichtweg zu wenig Futter. Wer die Palmkätzchen-Zweige abschneidet, nimmt vielen Tieren also buchstäblich das Essen vom Teller.
"Viele Menschen wissen nicht, dass die Salweide in Österreich unter besonderem Schutz steht", betont der Tierschützer. Wer im Wald oder auf Wiesen wildert, riskiert Probleme mit dem Gesetz. Erlaubt sind pro Person und Tag maximal drei Zweige, die nicht länger als 50 Zentimeter sein dürfen. Wer mehr abschneidet, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Dieser Schutz ist notwendig, damit sich die Bestände erholen können und das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt.