Pflanze braucht mehr Kälte

Erwärmung – DIESE wunderschöne Alpenblume ist in Gefahr

Durch die Erwärmung geraten kälteliebende Pflanzen in den Alpen unter Druck - Forscher schlagen Alarm.
Bernd Watzka
20.03.2026, 12:22
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Die Klimakrise verändert Österreichs Natur sichtbar - und trifft vorrangig die Pflanzenwelt hart. Besonders in den Alpen geraten jene Arten in Bedrängnis, die auf Kälte angewiesen sind. Das zeigt eine neue Studie mit Beteiligung österreichischer Forscher im Fachmagazin "Nature".

Für ihr Projekt untersuchten Forscher mehr als 6.000 Naturflächen in ganz Europa - von Wäldern über Wiesen bis zu alpinen Gipfeln, teils über Jahrzehnte hinweg.

Aussterbe-Risiko erhöht sich

Dramatisches Ergebnis der Mega-Studie: Die Vegetation verschiebt sich immer stärker hin zu wärmeliebenden Pflanzen. Experten sprechen von "Thermophilisierung": Kälteliebende Arten werden seltener - und das erhöht ihr Aussterbe-Risiko zusätzlich.

"Alpine Gipfelregionen weisen die stärkste Veränderung auf. Hier ist die Thermophilisierung bis zu fünfmal stärker ausgeprägt als in anderen untersuchten Ökosystemen", erklärt Studienautor Thomas Dirnböck, Experte für Ökosystemmonitoring im Umweltbundesamt.

Pflanzenrückgänge auch im Tal

"Zu den betroffenen Pflanzen zählen etwa das Einblütige Hornkraut oder der Moos-Steinbrech", erklärt Gebirgsökologe Harald Pauli zur APA. Gefährdet sind auch Gletscherhahnenfuß, Clusius Enzian und Nordostalpen Primel. Gerade auf den Gipfeln sei dieser Wandel deutlich zu sehen.

Doch auch in tieferen Lagen zeigt sich die Entwicklung. In Wäldern nehmen wärmeliebende Arten zu - etwa der Lorbeer-Seidelbast im Nationalpark Kalkalpen. Diese Pflanzen kommen auch besser mit trockeneren Bedingungen zurecht.

"Klimaschadenschulden" deutlich bemerkbar

Auffällig: Die Natur reagiert verzögert auf die Erwärmung. Forscher sprechen von "Klimaschadenschulden". Vor allem in Wäldern hinkt die Entwicklung hinterher, weil Baumkronen die Hitze etwas abfedern.

Langfristig hat das Folgen für die Artenvielfalt. Wenn spezialisierte Pflanzen verschwinden, gerät das Gleichgewicht ganzer Ökosysteme ins Wanken.

Auswirkungen der Klima-Erwärmung in Österreich

Sieben dramatische Folgen der Klimakrise

  • 1. Temperaturanstieg: Österreich erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Jahresdurchschnittstemperatur um 2 Grad gestiegen.
  • 2. Gletscher- und Schneeschmelze: Massive Gletscherrückgänge in den Alpen (z. B. Pasterze). Kürzere Schneesaisonen und weniger Schneesicherheit in mittleren Höhenlagen – kritisch für den Wintertourismus.
  • 3. Wasserhaushalt: Häufigere und längere Trockenperioden, besonders im Osten Österreichs. Gleichzeitig zunehmende Starkregenereignisse führen zu Überschwemmungen und Muren.
  • 4. Landwirtschaft: Veränderte Vegetationszeiten, neue Schädlinge und Krankheiten. Höhere Ernteausfälle durch Trockenheit oder extreme Wetterereignisse. Chancen für neue Kulturen (z. B. Weinbau in höheren Lagen), aber Risiken überwiegen derzeit.
  • 5. Gesundheit: Hitzewellen mit zunehmenden Hitzetoten, besonders in Städten. Verbreitung neuer Krankheitsüberträger wie Tigermücken.
  • 6. Natur & Biodiversität: Veränderungen in Tier- und Pflanzenverbreitung. Verlust von alpinen Lebensräumen, z. B. durch Rückgang des Permafrosts.
  • 7. Wirtschaft & Infrastruktur: Schäden durch Extremwetter (z. B. Sturm, Hagel) nehmen zu. Kosten für Schutzmaßnahmen (z. B. Hochwasserschutz) steigen.

Seit 1880 ist die Durchschnittstemperatur in Österreich um etwa 2 Grad gestiegen - mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Schnitt. Besonders in Städten wie Wien spürst du das durch immer häufigere Tropennächte und Hitzewellen.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 20.03.2026, 12:34, 20.03.2026, 12:22
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