So schlimm wie Kohlekraftwerke

Öko-Skandal – Methan-Lecks rund um Österreich

Tausende Methan-Lecks wirken weltweit wie schädliche Kohlekraftwerke - auch rund um Österreich wurden gefährliche Methan-Quellen entdeckt.
Bernd Watzka
20.03.2026, 11:57
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Unsichtbar, aber extrem gefährlich: Weltweit entweichen riesige Mengen Methan aus Öl- und Gasanlagen - und treiben die Erderwärmung massiv voran. Eine neue Satellitenanalyse der University of California zeigt nun, wie dramatisch das Problem wirklich ist.

Die Forscher identifizierten im Jahr 2025 rund 4.400 große Methanwolken. Jede einzelne stößt mindestens 100 Kilogramm Gas pro Stunde aus - das entspricht dem Verbrauch von 20.000 Autos mit Verbrennungsmotor.

Methan strömt rund um Österreich aus

Auch in der Nähe Österreichs wurden Methan-Quellen registriert. Fünf Lecks liegen in Norditalien, zwei davon nicht weit vom Urlauberparadies Venedig entfernt. Weitere Lecks belasten in der kroatischen Hauptstadt Zagreb und in Südungarn nahe Szeged die Umwelt.

Nur 250 Kilometer von Wien entfernt

Rund um die südpolnische Touristenstadt Krakau sorgen gleich 27 Lecks - rund 250 Kilometer von Wien entfernt - für gewaltige Methan-Ausstöße. In Deutschland wurde ein Leck nördlich von Köln entdeckt. Zahlreiche weitere Schadstellen gibt es unter anderem in Spanien, Portugal, am südlichen Balkan und in der Türkei.

10,5 Tonnen Methan pro Stunde

Besonders alarmierend sind die 25 größten Lecks. Sie haben laut Studie denselben Klimaeffekt wie ein Kohlekraftwerk. Die gemessenen Mengen liegen bei bis zu 10,5 Tonnen Methan pro Stunde - eine einzige Wolke kann in weniger als einer Stunde so viel ausstoßen wie ein Haushalt in einem ganzen Jahr.

Methan noch schädlicher als CO2

Methan ist dabei noch deutlich klimaschädlicher als CO2. Rund ein Viertel der globalen Erwärmung geht aktuell auf das Gas zurück. Seit 2007 steigen die Emissionen laut Forschern stark an. Gleichzeitig gilt Methan als Hebel im Kampf gegen die Klimakrise: Wird der Ausstoß reduziert, wirkt sich das vergleichsweise schnell positiv aus.

Methan-Lecks u.a. in Italien, Kroatien, Deutschland, Ungarn und Polen.
Carbon Mapper

Undichte Leitungen, kaputte Ventile

Die Ursachen der Gas-Lecks sind oft banal: undichte Leitungen, kaputte Ventile oder mangelhafte Wartung. "Viele dieser Lecks könnten leicht behoben werden", sagt Studienleiterin Cara Horowitz. Doch genau das passiere viel zu selten.

Trotz klarer Daten bleibt die Reaktion oft aus. Laut UN-Umweltprogramm werden rund 90 Prozent der gemeldeten Lecks nicht behoben. Für Forscher ist das kaum nachvollziehbar.

{title && {title} } bw, {title && {title} } Akt. 20.03.2026, 12:00, 20.03.2026, 11:57
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