Spektakuläre Aktion mitten in Brüssel: Kurz vor dem EU-Gipfel hat Greenpeace den Sitz der EU-Kommission kurzerhand in einen "Trump Tower" verwandelt. Mit einer goldenen Projektion und der Botschaft "Resist Trump's agenda" wollten die Aktivisten ein deutliches Zeichen setzen.
Der konkrete Vorwurf an den US-Präsidenten: Europas Spitzenpolitiker würden sich zunehmend den Interessen der USA unterordnen. Konkret kritisiert Greenpeace etwa steigende Öl- und Gasimporte aus den Vereinigten Staaten sowie mögliche Lockerungen bei Umwelt- und Gesundheitsstandards.
Im Fokus steht auch Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker. Er solle sich gegen einen "Ausverkauf europäischer Interessen" stellen, fordert die Organisation.
Greenpeace-Expertin Ursula Bittner warnt: Unter dem Schlagwort Wettbewerbsfähigkeit drohe ein Abbau von Schutzregeln. "Ein starkes Europa braucht keine fossile Kniefall-Politik vor Washington, sondern eine entschlossene Verteidigung unserer Schutzwälle für Mensch und Natur. Es darf keinen weiteren Ausverkauf europäischer Schutzstandards geben", fordert Bittner.
Besonders kritisch sehen Umwelt- und Klimaschützer die geplanten Gesetzespakete der EU. Diese könnten Berichtspflichten zu Umwelt- und Menschenrechtsstandards abschwächen. Auch Bereiche wie Chemikaliensicherheit, Datenschutz oder Lebensmittelkontrollen stünden laut Greenpeace unter Druck.
Ein weiterer Streitpunkt: Energie. Die EU habe zugesagt, bis 2028 Öl und Gas im Wert von Hunderten Milliarden Euro aus den USA zu beziehen. Das könnte Europa stärker abhängig machen und die Klimakrise weiter verschärfen.
Umweltschutzorganisationen fordern stattdessen massive Investitionen in erneuerbare Energien und Gebäudesanierungen. Nur so könne Europa langfristig unabhängig und klimafit werden.