Nicht nur intern versucht man im Tiergarten Schönbrunn den Schützlingen und Besuchern mehr Abwechslung zu bieten und baut mehr als einmal pro Jahr irgendein Gehege um. Vor allem für den Artenschutz möchte man hier immer ganz vorn mitspielen und die speziellen Habitate naturgetreu reproduzieren. Dieses Mal jedoch geht es um einen ganz besonderen Zugang zum Arial, der eigentlich im Jahr 1945 noch Bestand hatte: das Engelstor.
Ziel des Projekts ist es, den Zugang zum Areal in unmittelbarer Nähe des Verkehrsknotens Kennedybrücke zu verbessern. Die Umsetzung erfolgt in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen dem Tiergarten Schönbrunn, der Schönbrunn Group, dem KHM-Museumsverband, zu dem die kaiserliche Wagenburg am Areal gehört, und den Österreichischen Bundesgärten. Die Fertigstellung und Öffnung des neuen Zugangs sind für Herbst 2026 geplant.
Das Schloss Schönbrunn mit seinen Gärten sowie der Tiergarten Schönbrunn sind die beiden meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs und gleichzeitig ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung. Mit der Öffnung des Engelstors wird ein zusätzlicher Zugang zum Schlosspark geschaffen, der insbesondere für jene Besucher, die über die Kennedybrücke mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, eine direkte Verbindung zum Areal ermöglicht.
„Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt erfolgreich anstoßen konnten und jetzt gemeinsam umsetzen. Unseren Gästen, die mit der U-Bahn anreisen, ermöglicht die Öffnung des Engelstors künftig einen direkten Zugang zum Schlosspark. Anstatt entlang der stark frequentierten Straße zu gehen, können sie bequem durch den wunderschönen Schlosspark zum Haupteingang des Tiergartens schlendern“Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor
"Mit der Öffnung des Engelstors machen wir Schönbrunn an einer weiteren Stelle zugänglich – für unsere Gäste ebenso wie für die Menschen in Hietzing. Uns war wichtig, gemeinsam mit dem Tiergarten Schönbrunn, dem KHM-Museumsverband und den Bundesgärten eine Lösung zu schaffen, die dem Areal, den Besucherinnen und Besuchern und auch der Nachbarschaft gleichermaßen gerecht wird", sagt Mag. Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group.
Das Gebäude wird mit traditionellen Materialien und Techniken errichtet – als Ziegelbau mit Kalkmörtelputz und Holzdachstuhl. Im Inneren wird die Portierloge funktional an heutige Anforderungen angepasst und unter anderem mit einer Sanitäranlage sowie moderner Kommunikationsinfrastruktur ausgestattet.
"Die Öffnung des Engelstors stärkt das gesamte Kulturareal Schönbrunn – und damit auch die kaiserliche Wagenburg. Sie ist ein einzigartiger Ort, an dem die Geschichte der Habsburger in ihrer Nähe zur Hofkultur unmittelbar erlebbar wird. Durch den neuen Zugang wird die Wegeführung, für unsere Besucher deutlich komfortabler und die Wagenburg rückt noch näher an das Zentrum des Gästeerlebnisses heran. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt gemeinsam voranzubringen und Schönbrunn damit noch zugänglicher und lebendiger zu machen", so Jonathan Fine, Ph.D., Generaldirektor KHM-Museumsverband.
Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Errichtung einer Portiersloge innerhalb der Schlossmauern im Eingangsbereich des Engelstors, um den Zugang zu betreuen.
Die Portiersloge orientiert sich architektonisch an der historischen "Wachstube", die sich früher am Engelstor befand und nach Kriegsschäden und vermutlich im Zuge der Neugestaltung der Kennedybrücke abgetragen wurde.