Tierisches Jubiläum

Kennt jeder die traurige Nashorn-Geschichte aus Wien?

Seit genau 20 Jahren leben zwei Panzernashörner im Tiergarten Schönbrunn, doch kaum jemand weiß, wie dramatisch ihre Ankunft war.
11.03.2026, 15:13
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Die zwei Panzernashörner im Tiergarten Schönbrunn sind nicht nur Botschafter ihrer Art, sondern gelangten auch durch eine traurige Geschichte vor genau 20 Jahren in den Zoo. Man weiß, dass immer noch die Wilderei die größte Bedrohung für Nashörner ist, aber kaum jemandem ist klar, dass auch die Schönbrunn-Tiere nur deshalb überhaupt im Zoo gelandet waren.

„Die beiden Tiere wurden ohne Mütter, die Wilderern zum Opfer gefallen sind, aufgefunden. Sie wurden in der Auffangstation für Tierwaisen im Chitwan-Nationalpark in Nepal großgezogen. Da sie zu sehr an Menschen gewöhnt waren, konnten sie nicht mehr resozialisiert werden und kamen nach Schönbrunn“
Rupert Kainradl, MSc.Kurator

Stichtag 11. März

Genau am 11. März 2006 kamen die beiden Nashörner in Wien an und teilen sich ihre 6.000 Quadratmeter große Anlage mittlerweile mit Vietnam-Sikahirschen, Nilgauantilopen und Hirschziegenantilopen.

„Sie zählen sicher zu den beeindruckendsten Tieren im Tiergarten. Aufgrund ihrer Kraft werden sie im geschützten Kontakt gepflegt“
Christoph GrögerRevierleiter
"Safety first" - Revierleiter Christoph Gröger zu sehen weiß genau, wie man mit den Nashörnern umzugehen hat.
©Daniel Zupanc

Tierpfleger Daniel Fuchs kümmert sich bereits seit 16 Jahren um die zwei Dicken und trainiert sie auch für mögliche Untersuchungen. "Beim Training lernen sie etwa, ihr Maul zur Kontrolle der Zähne zu öffnen oder ihre Füße zu zeigen, um eventuelle Verletzungen an der Sohle frühzeitig zu erkennen", erzählt Fuchs. Den Großteil des Tages verbringen sie mit Fressen, Schlafen, Suhlen und Baden, denn immerhin steht ihnen seit 2022 dafür ein neu angelegter Teich zur Verfügung. Zwischendurch gibt es laut Fuchs auch "narrische Minuten", in denen sie voller Energie durch die Anlage laufen.

Panzernashörner kommen nur noch in Teilen Indiens und Nepals vor, insgesamt leben dort rund 4.000 Tiere. Dank intensiver Schutzmaßnahmen erholen sich die Bestände langsam.

„Panzernashörner gelten als sogenannte Flaggschiffart – wenn wir ihren Lebensraum schützen, profitieren viele andere, weniger auffällige, aber ebenso wichtige Arten davon“
Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor

Lernen und Forschen

Die Schönbrunner Nashörner sind aber nicht nur Besucherlieblinge, sondern auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Dr. Martina Heiderer etwa, hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht, wie neugierig diese Tiere sind und welche Beschäftigungsmaßnahmen daraus in Zoos ableiten lassen. Heute sensibilisiert sie als Zoopädagogin die Tiergartengäste für den Schutz von Nashörnern und anderen bedrohten Arten.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } Akt. 12.03.2026, 07:45, 11.03.2026, 15:13
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