Auch wenn eine Katze augenscheinlich schon eine ziemlich lange Reise hinter sich hat, ist meist schnell vermutet, dass sie jemandem gehören muss, wenn sie zutraulich ist. So auch "Bonnie", die immer wieder in einem Garten in Neumarkt am Wallersee (Salzburg) um Futter bettelte und wohl auch gerne ins Haus gegangen wäre. Zum Glück brachten sie die Finder in die Pfotenhilfe nach Lochen, wo sie einmal tüchtig geschoren werden musste.
Da Katzen selten der "Rastafari"-Kultur angehören, waren die Dreadlocks in "Bonnies" Fell mit Sicherheit kein Rassestandard. Die arme Samtpfote war völlig verfilzt und schon gar nicht mehr in der Lage, sich selbst zu reinigen.
„Wir haben die sehr zutrauliche Katze 'Bonnie' genannt und mussten sie großflächig scheren.“Johanna StadlerPfotenhilfe-Chefin
Da sie aber selbst diese unangenehme Prozedur total selbstverständlich über sich ergehen ließ, ist sich die Tierschützerin sicher: "Sie muss ein Zuhause haben oder zumindest vor längerer Zeit gehabt haben. Leider haben wir immer wieder mit zurückgelassenen Tieren bei Umzügen zu tun, aber dies ist genauso verwerflich und strafbar wie das Aussetzen".
Bei einem Kater ist es natürlich recht einfach, den Kastrationsstatus festzustellen - bei einer Katze muss ein Bluttest gemacht, oder mit viel Glück die Operationsnarbe gefunden werden. Die Pfotenhilfe bittet deshalb um Hinweise auf den Halter.
Wenn binnen der gesetzlichen Frist von einem Monat kein Halter ermittelt werden kann, darf Bonnie von einer neuen Familie adoptiert werden. Zuvor wird sie natürlich geimpft, gegen Parasiten behandelt, gechippt, registriert und der Kastrationsstatus abgeklärt und - falls nicht kastriert - auch gesetzeskonform kastriert, um die Katzenschwemme einzudämmen.