1.000 Euro Kaution – und dann Funkstille: Ein Oberösterreicher mietete für seinen Umzug einen Transporter, gab das Fahrzeug pünktlich und ohne Schäden zurück. Doch das Geld kam nicht. Eigentlich hätte K. den Betrag nach vier Wochen wieder am Konto haben sollen.
"Zumindest waren das die AGB dieses Unternehmens", schildert Joachim Leitner von der Verbraucherschlichtung Austria. Doch es kam nichts. Erst als der Mann die Experten einschaltete, ging es plötzlich ganz schnell: Die Firma wurde von den Schlichtern kontaktiert – wenige Tage später war die Kaution in voller Höhe zurück.
Genau wegen solcher Situationen wirbt jetzt auch das Land OÖ für die Verbraucherschlichtung Austria. "Konfliktlösung hat im Jahr 2025 noch einmal eine eigene Bedeutung bekommen", sagt Konsumentenschutzlandesrat Stefan Kaineder (Grüne). Und zwar, "weil die Teuerung dafür sorgt, dass viele ihre Rechnungen zwei- oder dreimal kontrollieren".
Die Verbraucherschlichtung Austria hilft Konsumentinnen und Konsumenten seit mittlerweile zehn Jahren, Streitigkeiten mit Unternehmen außergerichtlich zu lösen.
Seitdem wurden schon über 12.500 Fälle bearbeitet. Die Stelle wird unter anderem vom Sozialministerium gefördert, auch das Land OÖ unterstützt seit der Gründung.
Behandelt werden ganz unterschiedliche Themen – etwa Onlinekäufe, Reiseprobleme, Streit mit Handwerksbetrieben, Versicherungsfragen oder Gewährleistungsfälle.
Das führe "natürlich dazu, dass es dann zu Konflikten in der Abrechnung kommt" – die Verbraucherschlichtung nehme als Vermittler dadurch eine wichtige Rolle an der Seite der Konsumenten ein. Österreichweit war 2025 mit über 2.500 Schlichtungsanträgen ein Rekordjahr. 151 davon kamen aus OÖ – Tendenz steigend.
"Die meisten betrafen das Thema Dienstleistungen, also vom Rechtsanwalt bis zur Friseurin ist alles Mögliche dabei", sagt Leitner. Dahinter folgten Handel (23 Fälle) und Versicherungen (20 Fälle). Auch Mitgliedschaften und Spenden oder Fernwärme- und Heizkostenabrechnungen beschäftigten die Schlichtungsstelle.
In vielen Fällen führt die Vermittlung zu einer Lösung: Laut Leitner nehmen vier von fünf Unternehmen an einem Verfahren teil. "Und letztendlich kommt es dann in ungefähr 60 Prozent aller Fälle auch zu einer Einigung", erklärt der Experte. Für OÖ brachte das im Vorjahr auch einen messbaren Effekt: Über 30.000 Euro konnten durch Schlichtungen für Konsumenten zurückgeholt werden.
Wer Hilfe braucht, kann sich direkt an die Verbraucherschlichtung Austria wenden. Ein Schlichtungsantrag kann kostenlos gestellt werden – am schnellsten funktioniert das online. Die Stelle prüft den Fall und kontaktiert anschließend das Unternehmen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Laut Leitner dauert ein Verfahren derzeit im Schnitt nur rund 39 Tage – und erspart sowohl Betroffenen als auch Unternehmen oft einen langen und teuren Rechtsstreit.