Angst um Familie in der Heimat

Iranerin (38) berichtet: "Freund tot, Vater hat Krebs"

Erschütternde Nachrichten aus der Heimat: Parisa Ghasemi darf nicht in den Iran einreisen und erzählt im "Heute"-Gespräch, wie es ihrer Familie geht.
Tobias Prietzel
05.03.2026, 04:00
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Mit den Zuständen in ihrem Heimatland hat sich die heute 38-Jährige nie abgefunden: "Als Teil der Grünen Bewegung war ich im Iran sehr aktiv im Protest." Die Koalition aus Reformern ging 2009 gegen den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf die Straße.

Fast zwei Jahre nahm Ghasemi an Demonstrationen teil. Irgendwann spürte sie aber "Depression in der jüngeren Gesellschaft". "Ich hatte keine Hoffnung mehr und bin ausgewandert."

Seit 2014 ist die Iranerin mit ihrem Lebensgefährten in Österreich, studierte an der Linzer Kunstuni und veranstaltet ein Kurzfilmfestival. Ihr kulturelles Engagement und ihr politischer Aktivismus hatten einschneidende Folgen: Seit fünf Jahren darf sie nicht mehr in ihr Geburtsland.

"Wir sind noch am Leben"

Die einzige Verbindung zu ihrer Familie ins schwer getroffene Teheran: Telefonate und Videocalls – sofern diese überhaupt klappen. "Vor zwei Tagen hat mich meine Schwester kurz angerufen und gesagt: 'Wir sind noch am Leben.'"

Ghasemi macht sich große Sorgen: "Mein Vater hat Krebs und sollte eigentlich einen Monat lang ins Spital. Ich weiß aber nicht, ob das überhaupt geht." Die nächste schlimme Nachricht: "Nach einem Anschlag stürzte ein Gebäude auf das Haus eines Freundes. Er ist gestorben."

In der Künstlerin arbeitet es heftig: Als sie erfahren hat, dass Diktator Ali Chamenei tot ist, sei sie happy gewesen. "Ich war alleine zu Hause und habe getanzt." Dann am nächsten Tag die Bilder aus der zerstörten Hauptstadt. "Das hat mich sehr traurig gemacht. Es ist so viel Angst da."

„Krieg ist blind. Man weiß nicht, was passiert.“
Parisa Ghasemi

Parisa Ghasemi hat immer noch Hoffnung auf einen freien Iran. Für sie steht fest: Es braucht eine Revolution, aber keinen Krieg. "Krieg ist blind. Man weiß nicht, was passiert."

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