Tierische Nasen in Salzburg

Hier geben Hunde der Seuche keine Chance

Erstmals wurden in Salzburg fünf Hunde speziell für die Suche nach Wildschweinkadavern ausgebildet, um Seuchenausbreitung vorzubeugen.
Heute Tierisch
10.03.2026, 15:17
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Gleich fünf Hunde wurden vor eine ganz spezielle Aufgabe gestellt: Ihre tollen Nasen sollen eine natürliche Prophylaxe gegen die Afrikanische Schweinepest bilden, eine für Wild- und Hausschweine tödliche Tierseuche. Zu diesem Zweck sollen die Superschnüffler im Wald, Wildschweinkadaver anzeigen, sobald der Verdacht auf die Seuche besteht.

Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung konnten fünf Suchteams diese Woche unter Beweis stellen, dass ihnen kein Wildschweinkadaver entgeht. In der Antheringer Au hat die Prüfungskommission mehrere Kadaverteile gut versteckt. Die Teams hatten dann 40 Minuten Zeit, um im zugewiesenen Gebiet alle versteckten Teile aufzuspüren. Die Hunde dürfen die Kadaver selbst aber nicht ins Maul nehmen, sondern nur das sogenannte "Bringsel", das am Halsband hängt.

„Der Hund lernt zuerst einmal, dass er, wenn er bei einem Geruch – in diesem Fall von einer Wildsau – ist, das als Bringsel aufnimmt und zu mir bringt. Dann weiß ich, dass er etwas gefunden hat. Ich nehme ihm das Bringsel dann ab und er bekommt natürlich eine Bestätigung, weil er das gefunden hat. Und dann bringt er mich zu dem Stück, das er gefunden hat“
Evelin GrillmairJäger

Die jagdlich ausgebildeten Hunde sind das Apportieren gewohnt. In diesem Fall dürfen sie aber den Kadaver weder berühren noch bringen, damit im Ernstfall das Virus nicht weiterverbreitet wird. Neben dem richtigen Anzeigen des Kadavers lernen die Teams in der Ausbildung auch, wie sie ein Gelände systematisch absuchen. Ausbilder Alois Russegger erzählt: "Wir kriegen ein Suchgebiet auf unser Handy geschickt. Auf dem Halsband des Hundes ist ein GPS-Gerät, damit wir immer wissen, wo sich der Hund aufhält. Vor allem in der Kadaversuche ist es wichtig, dass man am Bildschirm feststellen kann, dass der Hund überall war und das Gelände tatsächlich frei ist."

Erstmals wurden diese Hunde in Salzburg speziell ausgebildet. Die Ausbildung ist vor allem eine Vorsorge gegen die Afrikanische Schweinepest. Wildschweinkadaver bleiben oft monatelang infektiös, die Seuche kann so über längere Zeit in landwirtschaftliche Betriebe eingeschleppt werden.

„Die Gefahr eines Seucheneintrages wird von Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit grundsätzlich als sehr hoch eingeschätzt. Die nächsten Fälle der afrikanischen Schweinepest sind nur 80 bis 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt“
Peter SchieferLandesveterinärdirektor

Vor allem im Flachgau und Lungau nehmen die Wildschweinbestände zu, damit steigt auch das Risiko. Landesrat Maximilian Aigner (ÖVP) zuständig für die Landwirtschaft, betont, wie wichtig diese Ausbildung gerade jetzt ist: "Die Geschichte hat uns gezeigt, wie Seuchen nicht nur die Landwirtschaft, die Betriebe und die Konsumenten, sondern die gesamte Wirtschaft an sich lahmlegen können. Das ist jetzt eben Prävention."

Fünf Jahre Verpflichtung

Für diese Vorsorge nimmt das Land Salzburg 7.500 Euro in die Hand. Die Hundeführer, allesamt Mitglieder der Salzburger Jägerschaft, haben dafür Hunderte ehrenamtliche Stunden investiert. Die ausgebildeten Kadaversuchhunde-Teams haben sich für fünf Jahre verpflichtet, im Ernstfall als offiziell zertifizierte Teams auszurücken.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 15:17
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