Manchmal würden sich Tierpfleger wünschen, dass Tiere sprechen und von ihren Abenteuern erzählen könnten. Am 03. März wurde eine verschmuste, schwarze Katze bei der Pfotenhilfe in Lochen abgegeben, die offenbar eine weite Reise hinter sich gebracht hat. Sie war verwahrlost und mit verfilztem und verklebten Fell am Rücken gefunden und länger beobachtet worden, doch ein Merkmal war besonders auffällig: Der Katze fehlt der Schwanz.
„Die Katze ist zutraulich und freundlich, weswegen wir davon ausgehen, dass sie einen Halter hat. Wir haben sie 'Clara' genannt und sind für Hinweise auf den Halter dankbar“Johanna StadlerPfotenhilfe Chefin
Es könnte so einfach sein, diese liebe - vielleicht schon lange vermisste - Katzendame, ihren Besitzern zu übergeben, wenn sie doch nur einen Chip hätte. Einmal mehr fordert die Pfotenhilfe eine Ausweitung der Chippflicht auf alle Katzen, damit entlaufene oder ausgesetzte Katzen ihren Haltern zugeordnet werden können. Alles andere gleicht einem Glücksspiel, denn über 90 Prozent der Halter von Fundkatzen sind nicht eruierbar.
Was bei Hunden schon 2005 mit dem Bundestierschutzgesetz eingeführt wurde, muss endlich bei Katzen nachgeholt werden, um unkontrollierte Vermehrung durch Ignorieren der Kastrationspflicht und nicht aufklärbare Straftaten, wie Aussetzen oder Zurücklassen bei z.B. Wohnungswechsel endlich in den Griff zu bekommen.
"Das stille Leid unserer schnurrenden Mitgeschöpfe ist beinahe unerträglich. Gerade in ländlichen Regionen häufen sich die Probleme rund um Katzenhaltung enorm, weil die Menschen viel zu oft gedankenlos mit den Tieren umgehen und die Aufklärungsrate der Fälle mangels Zuordenbarkeit stark erschwert ist. Katzen haben nicht weniger Stellenwert als Hunde!", so Stadler abschließend.