Der Mensch schreckt ja wirklich vor gar nichts zurück - nicht einmal vor 97 Prozent des gleichen Erbguts. In "Safari World" in der Nähe von Bangkok gehört es zum täglichen Highlight, dass man Menschenaffen in den Boxring stellt oder für Touristen und Gäste "sexy" im Spitzenhöschen mit dem Popo wackeln lässt. Während Artgenossen in freier Wildbahn in den Baumkronen dösen, müssen dort Orang-Utans für billige Tütensuppen den Kasperl machen.
Man könnte meinen, dass 2026 die Uhren für Wildtiere endlich in einem anderen Rhythmus ticken, wo immer mehr Delfinarien schließen, Zirkusse mit Wildtieren verboten werden und auch Zoos unter permanenter Kritik stehen. Dort wird wenigstens noch mit "Reservepopulation" und Artenschutzabkommen argumentiert, aber diese Shows haben tatsächlich nur den einen Zweck: Geld verdienen auf Kosten unserer engsten Verwandten!
Wer jetzt aber glaubt, dass "nur" die einheimische Bevölkerung Freude daran hat, einen Boxkampf zwischen Orang-Utans anzufeuern, irrt. Auch die westliche Welt schaut bei einem Urlaub in "Safari World" vorbei nach dem Motto: "Na, wenn wir schon hier sind".
„Orang-Utans gehören in die Baumkronen des Regenwaldes – nicht in den Boxring oder in eine Manege, wo sie demütigende Kunststücke vorführen“Jason BakerPräsident PETA Asien
Vergessen wir einmal das unzureichende Futter und die Nächte auf kargen Beton in ihren Käfigen abseits der Auftritte. Ein Orang-Utan Weibchen soll sich vor dem Publikum den Rock hochschieben, um einen Leopardenslip zu zeigen - wie bitte? Es reicht also nicht, zu jonglieren, zu springen und zu "boxen" - nein, man trainiert einem hochsozialen, klugen Wildtier rekelnde Bewegungen und einen richtigen Striptease an, damit der Rubel rollt.
Wer dafür Geld ausgibt, unterstützt lebenslange Gefangenschaft unter furchtbaren Bedingungen, weshalb Tierschützer hier an die Empathie und Moral der Touristen appellieren. Besucht keine Shows. Besucht keinen Zirkus. Besucht keine Ausbeutung anderer Lebewesen für den "schnellen Lacher". Danke.