Tierische Freude

Deshalb sieht man bunte Zahlen im Schönbrunn-Gehege

Im Gebiet rund um den malaysischen Fluss Kinabatangan auf der Insel Borneo leben aktuell etwa 870 Orang-Utans - dies feiert man auch in Schönbrunn.
05.02.2026, 12:50
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Bereits diesen Samstag, am 07. Februar, soll der jährliche "Reverse the Red Day" die Anstrengungen zum Artenschutz, aber dadurch natürlich auch die kleinen Erfolge in den Fokus rücken. Weil wir uns in einer Zeit des rasanten Artensterbens befinden, darf man keinesfalls vergessen, welche Auswirkungen das Aussterben eines jeden Tieres oder jeder Pflanze auch auf uns haben wird.

In Schönbrunn feiert man den "Reverse the Red Day" natürlich ganz besonders, da der historische Zoo für viele Reservepopulationen sorgt und Mitglied diverser Artenschutzabkommen ist. Wenn man also die nächsten Tage den Tiergarten besucht, so darf man sich nicht über die bunten Zahlen im Orang-Utan-Gehege wundern.

Immer mehr Arten werden laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion, IUCN, in Kategorien mit hohen Gefährdungsgraden eingestuft. Ziel der globalen Initiative "Reverse the Red" ist es, diesem negativen Trend durch gezielte Maßnahmen entgegenzuwirken und gleichzeitig das Bewusstsein zu stärken, dass jeder Einzelne zum Erhalt der Biodiversität beitragen kann.

870 Menschenaffen in freier Wildbahn

Im Gebiet rund um den malaysischen Fluss Kinabatangan auf der Insel Borneo leben aktuell etwa 870 Orang-Utans. Das hat die neueste Bestandserhebung der Organisation "Hutan" ergeben, die vom Tiergarten Schönbrunn unterstützt wird.

Derzeit leben im Tiergarten Schönbrunn die Tiere "Baju", "Mota", "Sol", "Surya'' und "Sari" gemeinsam mit den Jungtieren "Kendari" und "Nilah".
©Daniel Zupanc
„Die Orang-Utan-Population hat sich damit über die letzten 15 Jahre stabilisiert. Nach Jahrzehnten des Rückgangs ist dies ein wichtiger Erfolg für diese von der Ausrottung bedrohte Art“
Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor

Die berühmte Flussschildkröte

Anlässlich des "Reverse the Red Day" zieht der Tiergarten Schönbrunn auch Bilanz über weitere erfolgreiche Artenschutzprojekte – darunter das Projekt zum Schutz der Nördlichen Batagur-Flussschildkröte in Bangladesch. Seit Projektbeginn im Jahr 2010 wurden zwei Schutzzentren errichtet, in denen über 850 Jungtiere geschlüpft sind. Ein weiterer Meilenstein: 134 Schildkröten konnten durch ein sogenanntes "Soft Release" in 16 Teichen des Forest Departments angesiedelt werden. Von dort können sie in das Flusssystem der Sundarbans abwandern.

„Bei Projektstart waren weltweit nur noch rund 20 Individuen bekannt. Die Batagur-Flussschildkröte zeigt eindrucksvoll, dass selbst eine fast aussichtslose Situation mit viel Einsatz noch umgekehrt werden kann“

Kauz und Waldrapp

Auch in Österreich engagiert sich der Tiergarten Schönbrunn erfolgreich für den Artenschutz: Über 40 Habichtskäuze, die im Tiergarten geschlüpft sind, konnten in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Seebarn, einer Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität Wien, ausgewildert werden. Die Tiere wurden im Biosphärenpark Wienerwald sowie im Wildnisgebiet Dürrenstein angesiedelt und leisten damit einen entscheidenden Beitrag, um die Lücke zwischen den Habichtskauzpopulationen in den südlichen und nördlichen Nachbarländern Österreichs zu schließen.

Über 40 Habichtkäuze sind bereits in Schönbrunn geschlüpft und konnten erfolgreich ausgewildert werden. Bravo!
©Daniel Zupanc

Seit 2022 koordiniert der Tiergarten ein EU-LIFE-Projekt zur Wiederansiedlung von Waldrappen. Dabei werden in Zoos geschlüpfte Waldrapp-Küken auf menschliche Zieheltern geprägt und mittels Ultraleichtflugzeugen in ihr Überwinterungsgebiet geführt. So sollen die Waldrappen ihre Zugroute lernen und in Zukunft selbstständig zwischen ihrem Überwinterungsgebiet und ihrem Sommerquartier migrieren. Dank der Bemühungen umfasst die Waldrapp-Population des Projekts bereits über 300 Individuen.

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