Sie ist jung, stark und hat eine große Aufgabe vor sich: Ina soll sich paaren – und zwar oft. Die Rasse der Wisente (eine Art Bison) war lange Zeit vom Aussterben bedroht. Inas Babys sollen dabei helfen, die seltene Art zu erhalten. Um den perfekten Partner zu finden und das Fortbestehen der Wisente zu sichern, reist Ina extra nach Aserbaidschan.
Jahrelang galten Wisente in Europa als ausgerottet – mittlerweile leben wieder rund 200 Tiere in freier Wildbahn. Jetzt soll die Österreicherin mithelfen die Tierart zu retten: "Ina" wurde im Alpenzoo in Innsbruck geboren, ist heute rund zweieinhalb Jahre alt und befindet sich derzeit auf einer außergewöhnlichen Reise. Als eines von zwölf Wisenten soll sie dazu beitragen, den Bestand ihrer Art langfristig zu sichern. Das Ziel: möglichst viele Wisent-Kinder zu zeugen. Dafür zog sie zunächst von Tirol nach Berlin.
Von der deutschen Hauptstadt aus geht es weiter nach Aserbaidschan, Inas neues Zuhause. Im Shahdag-Nationalpark nahe der Hauptstadt Baku soll sie sich einleben und künftig für zahlreiche Wisent-Kälber sorgen. Auch Tiere aus Deutschland, Tschechien und Ungarn unterstützen dieses internationale Artenschutzprojekt.
Wie der WWF erklärt, ist die Auswilderung der Tiere ein komplexer Prozess. Die gesamte Herde wurde zunächst im Tierpark Berlin untergebracht, um sich aneinander zu gewöhnen. Sobald Ina und ihre Artgenossen bereit für ihr großes Abenteuer sind, geht es mit dem Lkw zum Flughafen. Während der Reise werden die Wisente mit Heu, Karotten und ausreichend Wasser versorgt.
Per Flugzeug fliegen sie anschließend nach Baku, von dort geht es erneut mit dem Lkw weiter bis in den Shahdag-Nationalpark. Eine Tierärztin des Tierparks Berlin sowie ein Wildbiologe des WWF begleiten den Transport und stellen sicher, dass unnötiger Stress vermieden wird und es den Tieren während der gesamten Reise an nichts fehlt.
Die Neuankömmlinge werden zunächst in ein mehr als 300 Hektar großes Auswilderungszentrum im Nationalpark gebracht. Da die Tiere aus dem Zoo das Leben in freier Wildbahn nicht gewohnt sind, werden sie dort über rund ein Jahr behutsam auf ihre neue Umgebung vorbereitet.
Ein engagiertes Team aus Wildhütern, Wildbiologen und Tierärzten kümmert sich in dieser Zeit um die Wisente. Danach soll der große Moment folgen: Ina und ihre Herde werden in die Kernzone des Nationalparks entlassen. Mit der aktuellen Umsiedlung steigt der Wisentbestand im Shahdag-Nationalpark auf etwa 90 Tiere.