Die wichtige Artenschutzkonferenz (CITES COP) in Usbekistan ging dem Ende zu und der WWF zieht eine überwiegend positive Bilanz:
„Die Konferenz hat einen historischen Etappensieg für zahlreiche Meerestiere erzielt, darunter 70 Hai- und Rochenarten. Angesichts der weltweiten Überfischung vieler gefährdeter Tiere ist das ein Riesenerfolg. Doch der Schutz am Papier ist nur der Anfang. Jetzt müssen die einzelnen Staaten eine lückenlose Umsetzung und strenge Kontrollen für Handel und Fischerei sicherstellen“Simone NiedermüllerWWF Österreich
Strengere Maßnahmen sollten also viele Meerestiere, wie Tiefsee-, und Glatthaie schützen, während für andere Lebewesen der Handel komplett verboten wurde, um die Population endlich stabil zu halten. Dazu zählen: Manta- und Teufelsrochen, Walhaie, Weißspitzen-Hochseehaie und 18 Arten von Geigenrochen. Auch der Galapagos-Leguan und die goldene Seegurke, die in Asien als Delikatesse gilt, soll nun nicht mehr bejagt werden dürfen.
Auch asiatische Großkatzen bekommen künftig mehr Schutz und einige Maßnahmen des WWFs wurden tatsächlich beschlossen. Dazu gehört ein Verbot der Tigerzucht, wenn es um den Handel mit Körperteilen geht. Für alle Tigerhaltungen gelten jetzt strengere Regeln, Leoparden werden weiterhin streng überwacht. Die Konferenz hat sich außerdem darauf geeinigt, den illegalen Handel mit Jaguaren und Geparden stärker zu bekämpfen.
"Trotz des Handelsverbots werden vor allem junge Geparde häufig illegal als exotische Haustiere gehandelt. Das macht deutlich, dass die Beschlüsse nur so gut sind wie ihre Kontrollen – da braucht es dringend eine Nachschärfung", sagt Niedermüller.
Auch bei anderen Tieren konnten Erfolge erzielt werden. Der WWF zeigt sich erfreut, dass das Handelsverbot für Elfenbein und Nashorn-Hörner bleibt. Weitere Säugetiere wie Faultiere, Goldbauch-Mangaben, Okapis und Dorkas-Gazellen bekommen besseren Schutz. Zusätzlich wurde der Handel mit mehreren Vogelarten wie dem Weißrücken- und Rüppellgeier sowie dem Großschnabel-Samenfink verboten, weil sie durch den Singvogelhandel bedroht sind. Für zwei heimische Geckoarten, vier Froscharten und afrikanische Hornvögel gibt es jetzt Handelsbeschränkungen – der hornige "Helm" der Hornvögel ist am Markt besonders begehrt.
Enttäuscht zeigt sich der WWF allerdings über die Ablehnung eines Handelsverbots für Aale. Momentan ist nur der Handel mit dem stark bedrohten Europäischen Aal geregelt. "Da sie kaum von anderen Aal-Arten zu unterscheiden sind, werden Europäische Aale im Handel oft verwechselt – ein Schlupfloch für kriminelle Handelsnetzwerke.
Eine Listung der ganzen Gattung wäre daher ein wichtiger Schritt gewesen, der bei der Konferenz leider abgelehnt wurde", erklärt Simone Niedermüller vom WWF Österreich. Auch beim Schutz der Singvögel sieht der WWF noch Nachholbedarf. Ihr Handel sollte bei der nächsten Artenschutzkonferenz ganz oben auf der Tagesordnung stehen.