In der Nacht auf Montag musste in Kärnten wieder ein Wolf sein Leben lassen und wurde im Bezirk Spittal/Drau abgeschossen. Bei diesem Tier handelte es sich aber um ein besendetes Forschungstier.
Der Wolf war Teil eines "grenzüberschreitenden Telemetrie- und Monitoring-Projekts der Universität Udine", das hat der Verein "Wölfe in Österreich" mitgeteilt. Im Rahmen dieses Projekts werden Daten über die Wanderungen, das Gebiet und die Verbindung der alpinen Wölfe gesammelt. Dieser Wolf war also kein "Problemwolf", sondern ein Forschungstier.
„Mit seinem Tod wurde ein wichtiges Instrument des Wolfsmonitorings zerstört und ein Bruch des europäischen Artenschutzrechtes herbeigeführt.“Gerald FriedlVereinsobmann
Auch das Land Kärnten hat die Tötung bestätigt: "Im Gebiet gab es eine Entnahmefreigabe, der Abschuss erfolgte in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsgebiet." Direkt danach habe man die Universität Udine informiert und stehe mit der Fachabteilung "weiterhin in engem Austausch", so das Büro des zuständigen Landeshauptmannstellvertreters Martin Gruber (ÖVP).
Den Verantwortlichen des italienischen Monitoringprojekts seien die gesetzlichen Grundlagen in Kärnten bekannt gewesen: "Es war auf italienischer Seite somit immer bekannt, dass es zu einer Entnahme des besenderten Wolfs kommen könnte, sollte er sich als Risikowolf verhalten." Dieser Fall sei nun eingetreten.
Kritik gibt es auch von Tierschützern, weil das Land Kärnten keine einzelnen Wolfsabschüsse mehr veröffentlicht. Noch im Dezember wurde die Öffentlichkeit per Presseaussendung über solche Abschüsse informiert. Das Land sagt dazu, dass ab 2026 nicht mehr jede Wolfsentnahme in einer Pressemeldung veröffentlicht wird.
Grund dafür ist, dass der Schutzstatus des Wolfs von der EU im Jahr 2025 gesenkt wurde. Aber: "Da uns die besondere Emotionalität beim Thema Wolf bewusst ist, wird es quartalsweise Veröffentlichungen der erfolgten Wolfsentnahmen geben."