Häschen in der Grube! Wie berichtet, ducken sich die ersten Hasenbabys bereits am Feld in ihren Sassen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Geräusch- und geruchslos sind sie von Raubtieren in der Regel ziemlich sicher, denn Mutter Natur überlegt immer sehr genau, wie sie das Überleben von Beutetieren gewährleisten kann. Leider hilft ihnen aber der beste Schutz nichts, wenn ein Vierbeiner im Freilauf zufällig über sie stolpert und apportiert.
Johanna Stadler von der Pfotenhilfe in Lochen zieht mit ihrem Team jedes Jahr Hunderte in Not geratene Wildtiere auf, pflegt sie gesund und fit und wildert sie wieder aus. Sie ersucht die Halter, ihre Hunde aus Rücksicht auf Wildtiere anzuleinen.
Auch bei Tierschutz Austria in Vösendorf kommt es jährlich zu vielen Wildtierkindern, die Hilfe brauchen:
"Bei weitem nicht jedes aufgefundene Häschen braucht Hilfe. Feldhasen werden bewusst von ihren Müttern alleine in der 'Sasse' (Grasmulde) zurückgelassen. Das mag zwar bemitleidenswert und hilflos wirken, ist aber sinnvoll, da die Mutter damit das Anlocken von Fressfeinden verhindern will".
„Bevor man eingreift, bitte bei Wildtierstatinen, Tierheimen oder Tierärzten nachfragen“Johanna Stadler
Es gibt aber auch immer wieder Fälle, wo Hasenbabys tatsächlich unsere Hilfe brauchen. Sei es, wenn sie von Hunden oder Katzen verschleppt werden oder am Straßenrand oder anderen gefährlichen Orten sitzen oder durch die Ausbringung von Gülle gefährdet sind. Es ist unsere nicht nur gesetzliche, sondern auch moralische Pflicht, diesen Tieren zu helfen.
Auch aus dem Nest gefallene Jungvögel werden, wenn sie schon voll befiedert (Ästlinge) und unverletzt sind, weiter von ihren Eltern versorgt, außer es drohen unmittelbare Gefahren. Amseln, Lerchen, Möwen oder manche Greifvögel sind beispielsweise Bodenbrüter.
Igel hingegen sind nachtaktiv - wenn diese sich bei Tag zeigen, stimmt etwas nicht. Bei Baumfällungen flüchten Eichhörnchenmütter und kommen nicht mehr zurück - die Babys verhungern qualvoll. Am Tierschutzhof Pfotenhilfe werden Tiere aller heimischen Arten professionell aufgezogen beziehungsweise gesund gepflegt, bis sie wieder ausgewildert werden können.