Tierischer Gaststar

Strenge Verhaltensregeln für Touristen in Venedig

Ein Delfin trotzt dem Trubel Venedigs – Forscher warnen vor Gefahren durch Boote und fordern strengere Regeln zum Schutz des Tieres.
25.02.2026, 11:25
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Delfin "Mimmo" ist bereits einige Monate in Venedig unterwegs und hat sich laut dem Experten-Team um Guido Pietroluongo von der Universität Padua in diesem ungewöhnlichen Lebensraum gut eingelegt - trotzdem macht man sich Sorgen um den Meeressäuger. Strengere Verhaltensregeln für Bewohner und Touristen sollen den Delfin absichern.

Menschen sind gefährlich

Vor allem Boote, die unvorsichtig gesteuert werden, zu schnell unterwegs sind oder dem Delfin zu nahe kommen, können für das Tier gefährlich werden. Besonders kritisch ist laut Experten, dass der Delfin immer wieder im stark befahrenen Becken von San Marco auftaucht – direkt vor dem Markusplatz, einem der meistbesuchten Plätze in Venedig. Dort drohen ihm Verletzungen durch Propeller oder Stress durch die ständigen Störungen.

Das Forscherteam beobachtet den allein lebenden Delfin bereits seit seiner ersten Sichtung im Juni des Vorjahres ganz genau. Über mehrere Monate – bis Dezember – haben die Wissenschaftler seine Wege durch die Lagune dokumentiert. "Mimmo", wie der Delfin genannt wird, frisst demnach regelmäßig Meeräschen und zeigt für seine Art typisches Verhalten. Große Tümmler gelten als besonders anpassungsfähig.

„Nicht das Verhalten des Delfins, sondern das der Menschen muss sich ändern ...“
Forschungsteam
"Mimmo" ist bereits seit einigen Monaten ein Bewohner der Lagungen von Venedig.
APA-Images / PA / Matteo Chinellato

Früher waren sowohl Große Tümmler (Tursiops truncatus), zu denen "Mimmo" zählt, als auch Gemeine Delfine (Delphinus delphis) in der ganzen Adria verbreitet – auch in der Lagune von Venedig. Die Bestände der Gemeinen Delfine sind allerdings schon vor Jahrzehnten durch den Einfluss des Menschen stark zurückgegangen. Große Tümmler gibt es in der Adria noch, sie meiden aber normalerweise die Lagunen. Genau deshalb ist es so ungewöhnlich, dass "Mimmo" dort dauerhaft bleibt.

Giovanni Bearzi, der an der Untersuchung mitarbeitet, meint, dass es jetzt vor allem darum geht, das Verhalten der Menschen zu steuern – nicht das des Delfins. Geschwindigkeitsbeschränkungen für Boote und klare Abstandsregeln sind laut ihm besonders wichtig. Auch die bestehenden Vorschriften, dass man wild lebende Tiere nicht berühren oder füttern darf, sollen streng eingehalten werden, fordert das Forscherteam.

"Mimmo" will offenbar bleiben

Frühere Versuche, "Mimmo" mit akustischen Signalen zurück ins offene Meer zu bringen, haben nichts gebracht. Ein Einfangen und Umsiedeln halten die Fachleute für zu riskant und nicht vertretbar. Daher ist ein respektvoller Umgang mit Wildtieren besonders wichtig, damit "Mimmo" nicht noch mehr Gefahren ausgesetzt wird.

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