Tierische Mahnung

Für diese Tierbabys beginnt die gefährlichste Zeit

Feldhasen können bereits im Jänner und Februar für Nachwuchs sorgen - jetzt ist Vorsicht geboten, denn viel zu oft bringen wir Tierkinder in Gefahr.
16.02.2026, 14:52
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Auch wenn sich heute wieder eine dünne Schneedecke in vielen Teilen Österreichs auf die Landschaft gelegt hat, wurden bereits einige Feldhasenkinder geboren und liegen geschützt und geruchslos in ihren "Sassen" auf den Feldern. Doch Achtung - nur im äußersten Notfall sind diese Babys tatsächlich von unserer Hilfe abhängig, denn die Natur schützt sie auf erstaunliche Weise.

Finger weg von Hasenkindern

Auch wenn man die besten Absichten hegt: Feldhasenkinder liegen absichtlich regungslos, flach und scheinbar mutterseelenallein in Mulden auf Wiesen, Waldrändern und auch Feldern und brauchen KEINE HILFE. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Beutegreifer die kleinen Klopfer weder riechen noch sehen und die Hasenmutter sie nur zweimal pro Tag zum Säugen aufsucht.

Die Tierpfleger des Assisi-Hofes in Stockerau können ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, ein Hasenjunges überhaupt per Handaufzucht durchzubringen.
©Assisi-Hof, ÖTV
„Wir appellieren an alle Tierfreunde: Bitte greifen Sie nur ein, wenn echte Gefahr besteht. Unsere Zurückhaltung kann ihr Überleben sichern.“
Stephanie LangHofleiterin, Assisi-Hof Stockerau

Wenn also ein Hasenkind nicht offensichtlich verletzt wurde, etwa durch einen Greifvogel, oder dem eigenen Hund, es apathisch mitten auf einem Weg liegt, oder die Hasenmutter vielleicht tot ist, bedarf es unserer Distanz und keiner Hilfe. Vergewissere dich bitte bei diesen Tierkindern doppelt und dreifach, ob es notwendig ist, das Häschen aufzunehmen und in die fähigen Hände einer Wildtierauffangtation zu bringen.

Wenn du unsicher bist, ob das Hasenkind deine Hilfe braucht, so lese dir - BEVOR du das Baby anfasst - nochmal diese hilfreiche Checkliste des Österreichischen Tierschutzvereins durch, oder kontaktiere die Wildtierrettung unter 0043 1 897 33 46.

Jedes Jahr werden unzählige Feldhasenbabys aus Unwissenheit eingesammelt und unnötig in Gefahr gebracht. Viele sterben, weil sie aus der Natur gerissen wurden. "Nicht jedes Häschen braucht Rettung. In den meisten Fällen ist es das Beste, Abstand zu halten und die Natur arbeiten zu lassen", betont Alfred Kofler.

"Simon" und "Peter" konnten am Assisi-Hof gerettet werden.
©ÖTV

Handaufzucht unbedingt nur Experten!

Besonders fatal ist es, wenn Menschen versuchen, die Tiere selbst aufzuziehen. "Feldhasenmilch ist extrem nährstoffreich und unterscheidet sich stark von anderer Säugetiermilch. „Schon kleine Fehler führen zu schweren Verdauungsproblemen", erklärt Kofler. Die Handaufzucht durch Laien endet fast immer tödlich.

Der Assisi-Hof des Österreichischen Tierschutzvereins in Stockerau ist die wichtigste Anlaufstelle für Hasenbabys in Niederösterreich: Das Team zieht verwaiste Feldhasen mit der Flasche auf, versorgt sie liebevoll und wildert sie später wieder aus – immer mit dem Ziel, sie gesund und wildtiergerecht in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen.

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