Wenn du derzeit durchs Mühlviertel oder übers Land fährst, kann es gut sein, dass dir gleich mehrere Mäusebussarde am Straßenrand auffallen. Laut orf.at bestätigt Wildbiologe Christopher Böck vom Landesjagdverband, dass bestimmte Greifvögel in Oberösterreich deutlich mehr geworden sind als noch vor 30 oder 40 Jahren.
Der Mäusebussard, der als "Allerweltsvogel" gilt, war zwar immer schon in einer gewissen Zahl in ganz Österreich verbreitet, doch auch der Turmfalke und der Rotmilan tauchen wieder vermehrt auf.
Besonders beim Rotmilan dürfte der stärkere Artenschutz, vor allem auch in südlicheren Ländern, dafür sorgen, dass sich diese eindrucksvollen Vögel wieder bei uns ansiedeln. Bei den Mäusebussarden war es in den letzten Jahren oft so, dass es besonders viele Mäuse gab. Das hat ihnen viel Futter für die Aufzucht der Jungen gebracht.
„Viele Mäuse heißt viel Futter für die Aufzucht der Jungen. Deshalb bleiben die Greifvögel in Österreich.“Christopher BöckWildbiologie, Landesjagdverband
Warum du gerade jetzt im Winter so viele Bussarde neben der Straße siehst, liegt auch am Futter: "Weil überfahrene Hasen, überfahrene Kleinsäuger, wie Mäuse und dergleichen neben dem Straßenrand liegen oder auf der Straße picken und dort dann die Nahrung aufgenommen werden kann in Form von Aas." Die Vögel haben gelernt, dass auf den freien Flächen neben den Straßen auch bei Schnee immer wieder Beute unterwegs ist.
Ein spannender Punkt: Greifvögel können den Urin von Mäusen sehen, wenn er von der Sonne, also vom UV-Licht, bestrahlt wird. Das erklärt Böck so: "Die Jäger sehen aus der Luft, wo viele Mäuse unterwegs waren oder noch sind. Verlässt so ein Nager bei der Straße die schützende Schneedecke, ist er für die Greifvögel praktisch ein gefundenes Fressen".