Tierischer Artenschutz

Wildkatzen-Pärchen soll Lebensräume in NÖ verbessern

Im Nationalpark Thayatal werden Wildkatzen mit Sendern beobachtet, um ihre Lebensräume zu schützen und Wanderkorridore zu schaffen.
Heute Tierisch
28.01.2026, 09:22
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Im Vorjahr wurden laut dem Biologen Julian Haider drei Weibchen von Wildkatzen im Gebiet des Nationalparks Thayatal (NÖ) nachgewiesen. "Es war uns aber zu heikel, diese so seltenen, frei lebenden Wildkatzen einzufangen, um ihnen Halsbänder mit Sendern umzuhängen", sagte Haider zur Austria Presse Agentur. Deshalb reisten die Forscher statt ins Gelände zu einer Tierauffangstation im französischen Juragebirge. Dort holten sie ein männliches und ein weibliches Wildkatzen-Exemplar ab.

In Frankreich werden immer wieder Wildkatzen abgegeben, weil Leute im Wald vermeintliche Hauskatzenbabys finden, mitnehmen und dann rasch merken, dass die Tiere für Stubentiger eigentlich viel zu wild sind.

Mit Sendern ausgestattet

Die beiden Zuzügler kamen zuerst in ein kleines Gehege in einer Ruhezone des Nationalparks. Dort konnten sie sich an die Umgebung gewöhnen, während die Forscher darauf achteten, dass es ihnen gut geht. Danach bekamen sie unterschiedliche Sender und wurden freigelassen. Das Männchen trägt seither einen Sender, der dreimal täglich seinen Aufenthaltsort über das Handynetz durchgibt.

Beim Weibchen ist ein anderes Modell im Einsatz. Ihr Halsband hat eine Antenne, die alle fünf Minuten den Standort speichert. Allerdings kommen die Forscher nur dann an diese Daten, wenn sie nahe genug an der Antenne sind. "Bei dem unzugänglichen Gelände im Nationalpark ist das alles andere als einfach", so Haider.

Weibchen haben größere Standorttreue

Es hat sich gezeigt, dass das Weibchen eher in der Nähe bleibt, während das Männchen einen viel größeren Aktionsradius hat. "Sein Hauptaufenthaltsort ist im Westen des Nationalparks an der Grenze zu Tschechien", erklärt Haider. "Dort hat das Männchen offensichtlich recht gute Ressourcen zum Leben gefunden." Zuvor hatte es die Umgebung ausgiebig erkundet.

"Es hat ein paar Stellen gegeben, wo man gesehen hat, dass es gerne weitergezogen wäre", sagt Haider. Dafür bräuchte es bewaldete Korridore, die größere Waldgebiete verbinden – am besten bis in die Wachau, wo ebenfalls schon Wildkatzen gesichtet wurden.

Die Arbeit mit den Wildkatzen ist Teil des Projekts "Restore to Connect" (ReCo), das von der Europäischen Union gefördert wird. Dabei testen Forscher Restaurierungsmaßnahmen am "Grünen Band" entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs.

Neben der besseren Lebensraumvernetzung für die Wildkatzen in den Nationalparks Thayatal und Podyjí in Österreich und Tschechien arbeitet man etwa auch in Polen im Ińsko-Seengebiet daran, Wanderkorridore für den Wisent – also das Europäische Bison – zu finden. Dort warnen inzwischen sogar Schilder die Autofahrer, dass diese großen Tiere mitunter die Straße queren.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 28.01.2026, 09:26, 28.01.2026, 09:22
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