Tierisches Wunder

Bei dieser Tierart gibt's gar keine Männer

Erstmals wurde eine Ameisenart entdeckt, die ohne Männchen und Arbeiterinnen existiert und sich ausschließlich durch Jungfernzeugung vermehrt.
Heute Tierisch
25.02.2026, 15:17
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Eine "spektakuläre Entdeckung" haben Forscher bei der Ameisenart "Temnothorax kinomurai" gemacht. Ein japanisch-deutsches Team hat herausgefunden, dass die Königinnen dieser Art zuerst Ameisenstaaten der verwandten Art "Temnothorax makora" überfallen. Dabei töten sie die Königin und einige Arbeiterinnen des fremden Staates, übernehmen das kleine Volk und legen dann unbefruchtete Eier ab. Die restlichen Arbeiterinnen ziehen daraus ausschließlich neue Königinnen der Art "Temnothorax kinomurai" auf.

Keine Männer benötigt

Das Ganze funktioniert durch die sogenannte Jungfernzeugung. Dabei entstehen aus unbefruchteten Eiern Nachkommen. Temnothorax kinomurai ist laut dem Forschungsteam im Fachblatt "Current Biology" die erste bekannte Ameisenart, bei der es weder Arbeiterinnen noch Männchen gibt.

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Normalerweise gibt es bei Ameisen – wie bei den meisten anderen Tieren – zwei Geschlechter: Weibchen und Manderl, erklärt der Zoologe Jürgen Heinze. Bei den Weibchen unterscheidet man zwischen Königinnen, die sich fortpflanzen, und Arbeiterinnen, die alles andere erledigen. Die Manderl sterben zwar nach der Paarung, aber ihr Sperma wird von der Königin ihr ganzes Leben lang genutzt, um Eier zu befruchten.

Bei einigen parasitischen Ameisenarten ist die Arbeiterinnenkaste verschwunden, aber die Männchen gibt es noch. Die Königin dringt in Nester anderer Arten ein und lässt dortige Arbeiterinnen für sich schuften. In wenigen Gruppen, so die Studie, vermehren sich die Weibchen ohne Männchen durch Parthenogenese und haben trotzdem eigene Arbeiterinnen.

Die Besonderheit der Temnothorax kinomurai hat der japanische Ameisenforscher und Namensgeber Kyoichi Kinomura schon länger vermutet, wie die Universität Regensburg mitteilt. Weil diese Art, die in Eicheln in Japan lebt, aber außergewöhnlich selten ist, war es bisher schwierig, genaue Daten zur Brut zu bekommen. Durch gezielte Aufzuchtsversuche mit in Japan gefundenen Kolonien konnte seine Vermutung jetzt bestätigt werden.

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