Ein umstrittener Geschlechter-Fall, der bundesweit für Wirbel sorgte, ist vorerst beendet. Jener 60-jährige gebürtige Deutsche, der im Vorjahr offiziell als Frau eingetragen wurde, ist für die Behörden wieder ein Mann – das berichtet die "Kronen Zeitung".
Mit 26. Februar 2025 war Walter P. nach einer Änderung im Zentralen Personenstandsregister nicht mehr als "männlich", sondern als "weiblich" geführt worden. Grundlage dafür war ein Sachverständigen-Befund, der eine "Störung der Geschlechtsidentität/Transsexualismus" attestierte. Fortan schien der 60-Jährige unter dem Namen Waltraud auf.
Der Fall schlug hohe Wellen. P., der sich selbst als Rotlicht-Größe bezeichnete, hatte offen erklärt, dass er damit auch auf Schwachstellen im System aufmerksam machen wolle. Als Frau hätte er vier Jahre früher in Pension gehen können. Zudem stand eine Haftstrafe im Raum, die er in einem Frauengefängnis verbüßen wollte.
Schließlich griff das Innenministerium ein. Innenminister Gerhard Karner beauftragte den Magistrat Wien mit einer neuerlichen Prüfung des Falls. Knapp ein Jahr später folgte nun die Kehrtwende: Der Eintrag wurde laut "Kronen Zeitung" rückgängig gemacht, Walter P. gilt wieder als Mann.
In dem Bescheid heißt es unter anderem: "Die ständige Rechtsprechung verlangt kein bestimmtes Aussehen wie z. B. Nagellack oder lange Haare". Und weiter: "Lediglich eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes in Richtung des Wunschgeschlechtes", zitiert die Tageszeitung den Bescheid.
Im Video: Vom Ex-Bordellbetreiber zur Frau: So kontert Waltraud P. jetzt Kritiker & Minister!
Heißt im Klartext: Die Person sollte annähernd weiblich aussehen! Walter P. hatte eine solche Anpassung seines äußeren Erscheinungsbildes abgelehnt und gegen die Entscheidung Einspruch erhoben. "Jeder, der sich als Frau fühlt, soll seinen Gefühlen freien Lauf lassen", wird er in der "Krone" zitiert.
Ob der Fall damit endgültig abgeschlossen ist, bleibt offen. Fix ist: Weder eine frühere Pension noch eine Haft im Frauengefängnis stehen derzeit im Raum.