"Viele Teamchefs"

ÖGK-Chef packt über Streit bei Krankenkasse aus

Zwischen den Bundesländern tobt derzeit ein heftiger Streit um die Vergabe neuer Kassenarztstellen. In der ZiB-2 äußert sich nun der ÖGK-General.
Newsdesk Heute
15.02.2026, 22:15
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In der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sorgt die geplante Verteilung der Kassenarztstellen bis 2030 für Kritik. Laut einem Bericht von Ö1 bezeichnete der Salzburger ÖGK-Landesvorsitzende Thomas Kinberger die Aufteilung als "Skandal". Er bemängelt, dass Wien mit 215 zusätzlichen Stellen mehr bekomme als alle anderen acht Bundesländer zusammen. ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer wies die Vorwürfe zurück und betonte, es werde keinem Bundesland etwas weggenommen.

Kinberger sprach von langwierigen und schwierigen Verhandlungen zum regionalen Strukturplan Gesundheit. Die Zahl der benötigten Kassen-, Fach- und Zahnarztstellen sei anhand von Bevölkerungs- und Demografieprognosen durch ein Institut ermittelt worden. Das Ergebnis zeige nun: Wien erhält 215 neue Stellen, während die übrigen Bundesländer gemeinsam auf 155 kommen.

"Brauchen verschiedene Modelle

In der ZiB-2 legte Wurzer am Sonntagabend nach. "Die Situation in einer Großstadt wie Wien ist eine andere als in den Bundesländern", so der ÖGK-General. "Die Stadt hat sich bereit erklärt, dass sie die Hälfte der Primärversorgungszentren mitfinanziert." Im ländlichen Raum habe man Netzwerke geschaffen, wo viele Ärzte die Versorgung sicherstellen sollen.

Die Situation sei wie im Fußball, wo "viele Teamchefs" mitreden würden. Das Wichtigste sei, dass man die Gesundheitskasse und die Spitalsbetreiber arbeiten lasse. "Wir diskutieren über den Ausbau der Gesundheitsversorgung. Das ist eine gute Sache", so Wurzer.

Die große Aufgabe sei nun, alle Kassenstellen auch besetzen zu können. Dies soll durch verschiedene Modelle gelingen, wie etwa eine Fixanstellung in Erstversorgungsambulanzen. "Das Berufsleben hat sich verändert. Wir brauchen verschiedene Modelle für die Ärztinnen und Ärzte", so der ÖGK-General. Junge Mediziner entscheiden sich laut Wurzer nicht mehr für eigene Einzelpraxen.

"Es gibt laufende Gespräche"

Harte Verhandlungen laufen weiterhin über den österreichweiten Leistungskatalog. "Es gibt laufende Gespräche", erklärt Wurzer. Einerseits müsse für die Ärzteschaft das Einkommen passen, andererseits habe die Gesundheitskasse das berechtigte Anliegen, dass man mit moderaten Tarifen einen gemeinsamen Leistungskatalog finanzieren könne.

"Es wird so lange verhandelt, weil wir die Zustimmung von allen neun Landesärztekammern benötigen", stellt der ÖGK-General klar. Auf einen konkreten Zeitpunkt, wann die Verhandlungen abgeschlossen sind, wollte sich Wurzer nicht festlegen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 15.02.2026, 22:20, 15.02.2026, 22:15
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