Überdosis hinter Gittern

Heftiger Drogen-Konsum – 16 Häftlinge starben im Häf’n

Cannabis, Kokain, Opiate: In Österreichs Gefängnissen wird kräftig konsumiert. Jetzt kommt heraus: Seit 2023 gab es im Strafvollzug 16 Drogentote.
Christian Tomsits
11.02.2026, 10:29
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Nicht erst der Skandal um einen toten Häftling zeigt, dass alles, was hinter heimischen Gefängnismauern geschieht, oft viel zu lange im Dunklen bleibt. Jetzt bringt eine parlamentarische Anfrage zum Drogenkonsum hinter Gittern erschreckende Zahlen ans Licht: Demnach werden in allen österreichischen Justizanstalten regelmäßig illegale Drogen sichergestellt. Darunter Cannabis, Kokain, Opiate, Amphetamine und psychoaktive Substanzen.

Und: In den Jahren 2023 bis 2025 starben insgesamt 16 Häftlinge an den Folgen von Drogenmissbrauch. Allein 2024 waren es neun Todesfälle in den Justizanstalten Graz-Jakomini, Graz-Karlau, Innsbruck, Krems, Sonnberg und Wien-Josefstadt. Wie viele Insassen bereits bleibende Schäden durch Drogen erlitten haben, kann das Ministerium nicht beantworten. Dazu gebe es keine aufbereiteten Daten, eine manuelle Auswertung wäre laut Justiz "unvertretbar aufwendig".

Auch Drogenschmuggel bleibt ein sensibles Thema. Pakete und Postsendungen an Häftlinge werden zwar kontrolliert, Details zu den Sicherheitsmaßnahmen will die Justiz jedoch nicht offenlegen. In bestimmten Fällen bekommen Insassen Briefe sogar nur als Kopie, etwa dann, wenn der Verdacht auf Suchtmittelschmuggel besteht.

FP-Abgeordneter Christian Lausch
Parlamentsdirektion/Photosimonis

Der FP-Nationalrat Christian Lausch tobt: "Der Drogenschmuggel und Drogenhandel floriert in Österreichs Gefängnissen!" Geschmuggelt werde in Wäschepaketen, wobei Suchtgift in die Wäsche eingewaschen und in der Zelle wieder getrocknet wird. Auch in Briefen würde das Suchtgift flüssig wie Tinte auf das Briefpapier geschrieben und in Zellen oral eingenommen.

"Es gibt zu wenig Personal für Zellen-Razzien und erst gar keine Spürhunde. Man nimmt kein Geld in die Hand, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten", so Lausch. "Die Justizministerin schaut einfach weg und setzt null Maßnahmen", ärgert sich der Abgeordnete und Justizwachebeamte. Das würde die FP-Anfrage zeigen.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 11.02.2026, 10:57, 11.02.2026, 10:29
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