Von der Asiatischen Tigermücke über die Asiatische Hornisse bis zur Nosferatu-Spinne – neue Tierarten breiten sich aus und stellen Mensch, Natur und heimische Tierarten vor neue Herausforderungen.
„Weltweiter Handel und Tourismus, gepaart mit dem Klimawandel, führen zu einer immer stärkeren Vermischung von Pflanzen- und Tierarten. Invasive Arten bedeuten selten etwas Gutes, etwa im Sinne der Bereicherung der lokalen Flora und Fauna“Kurt KotrschalBiologe, Wissenschaftler des Jahres 2010
Die weiß-gescheckte Asiatische Tigermücke ist eines der auffälligsten Beispiele für die Klimaveränderung. Sonst nur in tropischen Gebieten zu Hause, findet sie mittlerweile auch Österreich feucht und heiß genug, um vor allem im urbanen Wien und Graz richtig aufzublühen. Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder Chikungunya sind also auch bei uns auf dem Vormarsch.
"Die Ausbreitung neuer Tierarten in Österreich hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen", erklärt Franz Essl, Ökologe an der Universität Wien: "Die Asiatische Hornisse wurde 2024 erstmals in Salzburg entdeckt. Es ist zu erwarten, dass sie sich in den nächsten Jahren in Österreich ausbreiten wird. Da die Hornisse gezielt Honigbienen vor ihren Stöcken abfängt, ist sie bei Imkern gefürchtet."
Mit Vögeln und Autos kamen auch besonders grausliche Kollegen über die österreichischen Grenzen, denn die Riesenzecke oder der Plattwurm aus Südamerika wurde wirklich von keinem eingeladen. Während der Plattwurm unseren Regenwürmern und Schnecken den Garaus macht, überträgt die Riesenzecke, genau wie ihre kleinen Verwandten Krankheiten.
Der Amerikanische Signalkrebs wurde über den Handel mit Aquarien- oder Speisefischen eingeschleppt. Unsere einheimischen Krebse haben hier kaum eine Überlebenschance, da die invasive Art die tödliche Krebspest überträgt.
Die Nosferatu-Spinne muss man ja schon fast als "heimisch" bezeichnen, denn die Sichtungen häufen sich jährlich. Auch wenn der Achtbeiner für uns Menschen harmlos bleibt, gefährdet er doch unser sensibles Ökosystem und verdrängt andere Arten.
„Eingeschleppte Arten verdrängen oft gut angepasste heimische Arten, destabilisieren damit Ökosysteme und sind eine der Hauptursachen für das weltweite Artensterben. Sie sind Vektoren für neue Krankheiten und schaffen neue Probleme für die Land- und Forstwirtschaft.“Kotrschal
Der Österreichische Tierschutzverein würde besseres Monitoring des Gesetzgebers sehr begrüßen, um Probleme und Risiken schneller zu erkennen:
Wer hier der Wissenschaft helfen möchte, kann sich gerne bei Sichtungen beteiligen, Fotos machen, Ort und Zeit dokumentieren. Auf diversen Naturbeobachtungsplattformen kann man diese Überwachung dann melden. So behält man immer die aktuelle Lage im Auge, denn ob nun eingeladen oder nicht - wir werden lernen müssen, mit den neuen Gästen des Klimawandels zu leben.