Der Klimawandel sorgt nicht nur für Hitzewellen und Starkregen, sondern auch für neue Liebestöne im Teich. Forscher haben entdeckt, dass steigende Temperaturen die Paarungsrufe männlicher Frösche deutlich verändern - sehr zur Freude der Weibchen, heißt es in der Studie.
Rund 41 Prozent aller Amphibienarten gelten als vom Aussterben bedroht. Damit sind sie die am stärksten gefährdete Wirbeltierklasse. Lebensraumverlust, Entwaldung und Umweltveränderungen setzen ihnen massiv zu. Umso wichtiger ist es für die Wissenschaft, ihre Fortpflanzungsmuster besser zu verstehen.
Ein Team der University of California, Davis, untersuchte, wie sich die globale Erwärmung auf Klang und Qualität der Balzrufe auswirkt. Diese Rufe locken nicht nur Weibchen an, sie signalisieren auch, ob die Umweltbedingungen für die Eiablage geeignet sind. Denn sind Teiche zu kalt oder zu unwirtlich, haben die Eier kaum Überlebenschancen.
Die Hauptautorin der Studie, Julianne Pekny, zeichnete die Paarungsrufe des Sierran-Baumfrosches in Kalifornien auf. Ihr Befund: Das Quaken der Frösche hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Wenn sich Teiche erwärmen, wird das langsame Quaken der männlichen Frösche schneller, "fast schon verzweifelt". Man könne dies" mit menschlichen Ohren hören, und auch die weiblichen Frösche achten darauf", so die Forscherin.
Tatsächlich bevorzugen weibliche Frösche schnellere Balzrufe, wie sie bei wärmeren Temperaturen entstehen. Laut Pekny könnte es sich dabei um eine Art natürlichen Kalender handeln. "Wenn sich der Teich erwärmt, ertönt auch der Ruf der attraktiveren Männchen früher."
Professor Eric Post spricht von möglichen weitreichenden Folgen: Die Ergebnisse könnten das Verständnis sogenannter phänologischer Reaktionen auf den Klimawandel grundlegend verändern. Männchen senden womöglich unbewusst Signale über die Eignung der Umwelt aus, die von Weibchen interpretiert werden - weit über reine Paarungsabsichten hinaus.
Fakt ist: Während sich das Klima wandelt, wird im Teich schneller geflirtet - und wärmere Nächte bringen offenbar heißere Liebeslieder.