Land unter wie zu Zeiten der Arche Noah: In mehreren Regionen Großbritanniens fällt seit rund 40 Tagen nahezu durchgehend Regen. Besonders betroffen sind Devon, Cornwall und Worcestershire - dort gab es kaum eine trockene Phase. Landesweit gab es seit Jahresbeginn bereits 280 Flutwarnungen. Flüsse traten über die Ufer, Straßen standen unter Wasser.
Bereits der Jänner 2026 brachte außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen. In Nordirland wurde laut Meteorologen der nasseste Jänner seit 149 Jahren gemessen. Südengland erlebte den sechstnassesten Jänner seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1836.
Die Ursache für das feuchte Dauer-Grau ist laut dem britischen Wetterdienst Met Office klar: Durch die globale Erwärmung haben sich sehr nasse Winter deutlich gehäuft. Was statistisch früher etwa alle 80 Jahre vorkam, tritt nun im Schnitt alle 20 Jahre auf.
Brisant ist jedoch ein anderer Befund: Gerade in dem Moment, in dem Extremwetter immer häufiger wird, sinkt laut einer aktuellen Studie die Unterstützung der Bevölkerung für ambitionierte Klimaziele wie Netto-Null-Emissionen.
Für viele Menschen stehen andere Sorgen im Vordergrund. Damian Carrington, Umweltredakteur des britischen "Guardian", bringt es auf den Punkt. Er zitiert eine häufige Reaktion: "Wie soll man sich um das Ende der Welt sorgen, wenn man sich schon um das Ende der Woche sorgt?"
Hinzu kommt: Schlechtes Wetter gab es, vor allem in Großbritannien, schon immer. Die Klimakrise verschärft allerdings bestehende Muster. Einzelne Überschwemmungen werden jedoch nicht automatisch als direkte Folge der Erderwärmung wahrgenommen.
Erst wenn Regionen betroffen sind, die zuvor nie mit Hochwasser zu kämpfen hatten, wird der Zusammenhang für viele greifbarer.
Überblick - Großbritannien in der Klimakrise
Die Winter in Großbritannien werden deutlich feuchter, hauptsächlich aufgrund der Erderwärmung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wodurch Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, wie eine Studie der Universität Newcastle zeigt.
Die Forschung belegt, dass mit jedem Grad globaler oder regionaler Erwärmung die Winterniederschläge um kumulativ 7 % zunehmen, was das Hochwasserrisiko erhöht. Die Wissenschaftler warnen zudem, dass dieser Prozess viel schneller voranschreitet als die globalen Klimamodelle vorhersagten.