"Greenwashing" bei Mega-Ball?

Kritik an Opernball – "Grüner Event" mit Öl-Sponsoren

Der Wiener Opernball ist nun offiziell ein "Green Event" - doch fossile Sponsoren wie OMV und Lexus sorgen für heftige Kritik von Umweltschützern.
Bernd Watzka
11.02.2026, 11:20
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Glanz, Glamour und jetzt auch ein grünes Mascherl: Der Wiener Opernball wurde nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens als "Green Event" zertifiziert. Damit, so heißt es von den Veranstaltern, setze man ein starkes Zeichen für ökologische Verantwortung.

Nachhaltige Würstel am Opernball

Die Zertifizierung bestätigt die Einhaltung umfassender Umweltkriterien - etwa bei Catering, Beschaffung, Abfallmanagement und Mobilität. Besonders im Fokus stand das Essen: Rund 80 Prozent der angebotenen Speisen stammen aus biologischer und regionaler Herkunft. Selbst die traditionellen Opernball-Würstel kommen großteils in Bio-Qualität auf die Teller.

Mit der Auszeichnung wolle man zeigen, "dass Nachhaltigkeit und Tradition einander nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll ergänzen können".

"Glaubwürdigkeit" gerate ins Wanken

Doch nicht alle klatschen Beifall. Umweltschützer begrüßen zwar die Bemühungen, sehen aber ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Solange sich der Opernball von fossilen Giganten wie der OMV oder vom Luxus-Autobauer Lexus finanzieren lasse, könne von echter Nachhaltigkeit keine Rede sein.

Erst vor wenigen Monaten kündigte die OMV - Österreichs riesiger Öl-, Gas- und Petrochemiekonzern - an, die fossile Öl- und Gasproduktion bis 2030 weiter auszubauen.

Öl-Industrie betreibe "Greenwashing"

Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace Österreich, findet klare Worte: "Wer Klimaschutz ernst nimmt, kann sich nicht gleichzeitig von Ölkonzernen und Luxus-Automobilherstellern finanzieren lassen." Unternehmen wie die OMV nutzten demnach die Opernball-Bühne, "um ihr fossiles Geschäftsmodell grün zu waschen."

Auswahl der Sponsoren wichtig

Echte Nachhaltigkeit brauche Konsequenzen - auch bei der Wahl der Sponsoren, so Bittner. Wolle der Opernball tatsächlich ein Green Event sein, müsse die Staatsoper "auf fossile Giganten wie OMV und Lexus als Sponsoren" verzichten, so Bittner. Fakt ist: Ob der Opernball einmal ganz ohne Öl-Geld auskommt, bleibt offen. Die Debatte um Nachhaltigkeit am Parkett hat jedenfalls begonnen.

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