Auch wenn weite Teile der Nordhalbkugel zuletzt unter einer massiven Kältewelle ächzten, war der vergangene Monat global gesehen ungewöhnlich warm. Weltweit war es der fünftwärmste Jänner seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die durchschnittliche Erdtemperatur lag bei 12,95 Grad Celsius. Das sind um 0,51 Grad mehr als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020, so der EU-Klimawandeldienst Copernicus. Damit setzt sich der Trend der immer wärmeren Jahre fort.
Rekordhalter bleibt (noch) der Jänner 2025. Damals lag die globale Durchschnitts-Temperatur noch einmal deutlich höher und übertraf den aktuellen Wert um 0,28 Grad.
Europa und die USA "tanzen" dieses Mal aus der Reihe: Auf unserem Kontinent war der Jänner so kalt wie seit 2010 nicht mehr. Die Durchschnitts-Temperatur lag bei minus 2,34 Grad Celsius und damit um 1,63 Grad unter dem langjährigen Mittel.
Auch andere Regionen der Nordhalbkugel wurden von extremer Kälte getroffen. In den USA sorgten schwere Schneestürme gegen Ende des Monats für Chaos.
Der Jänner 2026 habe uns "deutlich vor Augen geführt, dass das Klimasystem manchmal gleichzeitig sehr kaltes Wetter in einer Region und extreme Hitze in einer anderen Region bringen" könne, erklärt Samantha Burgess vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage" (EZMW).
Während "menschliche Aktivitäten weiterhin die langfristige Erderwärmung vorantreiben", zeige die jüngste Studie, wie wichtig "Resilienz und Anpassung an zunehmende Extreme" der Klimaerwärmung seien.
Die durchschnittliche Meeres-Temperatur für Jänner 2026 betrug 20,68 Grad. Das ist der vierthöchste Wert, der jemals für diesen Monat gemessen wurde, und liegt um 0,29 Grad unter dem Rekordwert von Januar 2024. Insgesamt zeigt der Jänner einmal mehr: Kälte vor der Haustür heißt nicht, dass sich der Planet abkühlt. Im Gegenteil - die Extreme nehmen weiter zu.
Extremwetter und globale Erwärmung
Zur Info: Einzelne Extremereignisse lassen sich meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Fakt ist laut UN-Weltklimarat: Durch die Klimakrise werden Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Stürme häufiger und intensiver. Das heißt: Niederschläge und Stürme werden stärker, Hitzewellen heißer und Dürren trockener.