Orange bis tiefrot leuchtet der aktuelle Dürremonitor von GeoSphere Austria. Besonders betroffen von der Trockenheit sind Westösterreich, Oberösterreich, Wien und große Teile Niederösterreichs. Trotz Schneefall und immer wieder feuchtem Wetter fehlt es unseren Böden an Wasser.
Fakt ist: Der heurige Winter ist deutlich zu trocken. Von 1. Dezember 2025 bis 8. Februar 2026 fiel in Österreich um 49 Prozent weniger Niederschlag als im Schnitt (1991 - 2020), erklärt Hydrologe Klaus Haslinger zu "Heute". Drei Wochen fehlen zwar noch bis zum Ende des meteorologischen Winters, dennoch lässt sich das Ausmaß bereits einordnen.
Zum Vergleich: Sehr trockene Winter gab es zuletzt 2024/25 mit minus 44 Prozent Niederschlag und 2016/17 mit minus 39 Prozent. Der aktuelle Winter liegt also sogar noch darüber.
Der Klimawandel verstärkt Winter-Dürre in Mitteleuropa spürbar. Wärmere Winter führen dazu, dass mehr Niederschlag als Regen fällt und schneller abfließt, statt als Schnee gespeichert zu werden. Gleichzeitig verschieben sich typische Westwindlagen, feuchte Atlantikluft erreicht uns seltener. Böden trocknen dadurch auch im Winter stärker aus. Die Folge: schlechtere Ausgangsbedingungen für Frühjahr und Sommer.
Eines ist klar: Dürre im Winter wird oft unterschätzt. Zwar sind die Böden jetzt feuchter als im Sommer, sie sind aber deutlich trockener als in früheren Jahren und Jahrzehnten. Das kann später zum Problem werden - vor allem, wenn im Frühjahr und Sommer der Regen ausbleibt, warnen die Experten.
Der Grund der Dürre liegt in der großräumigen Wetterlage. Normalerweise bringt eine feuchte Luftströmung vom Atlantik regelmäßig Niederschlag nach Mitteleuropa. Heuer nimmt diese Wasserstraße jedoch einen Umweg über den Mittelmeerraum. Dort fällt außergewöhnlich viel Regen, während bei uns die Niederschläge ausbleiben, erklärt Meteorologe Karsten Brandt von donnerwetter.de.
Auch der Schneefall hilft nur begrenzt. Viele Böden waren bereits vor den Schneefällen gefroren. Setzt Tauwetter ein, kann das Wasser nicht versickern und fließt direkt in Flüsse ab. Für das Grundwasser ist das ungünstig.
Zumindest kurzfristig gibt es Dürre-Entwarnung: Ab Mittwoch (11. 2.) breitet sich Regen von Westen her bis Oberösterreich aus. Entscheidend wird jedoch sein, ob das heurige Frühjahr insgesamt ausreichend Niederschlag bringt. Fakt ist: Der Winter wirkt nass und kalt, doch unter unseren Füßen herrscht bereits jetzt Alarmstufe Rot.