In Österreich fiel der Winter 2025/26 bislang extrem trocken aus. Seit dem 1. Dezember herrscht in weiten Teilen des Landes ein massives Niederschlagsdefizit – es fehlt laut UWZ gut die Hälfte der üblichen Regen- und Schneemengen. Ab Mittwoch übernehmen atlantische Tiefdruckgebiete das Kommando und bringen unserer Alpenrepublik das lang ersehnte Nass.
Völlig konträr ist die Lage derzeit auf der Iberischen Halbinsel. Die beiden heftigen Stürme Kristin und Leonardo haben seit Ende Jänner schwere Schäden in Portugal und Spanien angerichtet.
Sturm Kristin forderte fünf Todesopfer, brachte Überschwemmungen und starkem Wellengang entlang der Küste. Nur Tage später rausche Sturm Leonardo heran – wieder gab es zwei Tote. Sowohl an den Küsten als auch im Landesinneren Portugals starke und anhaltende Regenfälle mit sich. Die Regenmassen trafen auf bereits gesättigte Böden und überlastete Wassersysteme, wodurch sich die Überschwemmungen in den betroffenen Gebieten weiter verschärften.
Die Copernicus-Satelliten der EU haben selbst aus dem All die extremen Überschwemmungen aufgezeichnet (siehe Bildstrecke). So standen alleine nordöstlich von Lissabon, mehr als 64.000 Hektar Land entlang des Flusses Tejo unter Wasser.
Schwer getroffen wurde auch der Süden Spaniens nahe der Meerenge von Gibraltar. In Grazalema am Fuß der Berge der Sierra del Pinar wütete der Sintflut-Regenguss besonders extrem. Dort wurden in den letzten 20 Tagen über 2.000 mm Niederschlag gemessen. Das entspricht 2000 Liter pro Quadratmeter!
"Das entspricht der Niederschlagsmenge eines ganzen Jahres – und wir haben erst Anfang Februar. Das ist hydrologisch gesehen absurd", zeigt sich Extremwetterbeobachter Nahel Belgherze auf X fassungslos. Bewohner der Gemeinde mussten evakuiert werden.
Die Flüsse hätten angesichts der Wassermassen "ihre Kapazitätsgrenze erreicht", erklärte der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, im Onlinedienst X. Viele Straßen blieben vorsichtshalber gesperrt, der Bahnverkehr wurde weitgehend eingestellt. Die Behörden forderten die Menschen auf, Reisen zu verschieben.
"Wir haben noch nie eine solche Serie von Stürmen erlebt", erklärte Moreno und beschrieb die Lage als "schwierig". Die Landwirtschaft sei besonders hart getroffen worden und allein die Reparatur der Straßen werde 500 Millionen Euro kosten.
Nur wenige Tage nach heftigen Überschwemmungen wurden Spanien und Portugal am Samstag erneut von Stürmen und sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Das neue Sturmtief "Marta" hatte in Portugal ein weiteres Todesopfer zur Folge: Ein 48-jähriges Mitglied des Rettungsdienstes ertrank in einem Fluss in Campo Maior, als er überschwemmtes Gebiet queren wollte.
Der portugiesische Ministerpräsident Luis Montenegro erklärte öffentlich, dass im ganzen Land bereits Schäden in Höhe von vier Milliarden Euro entstanden seien. 2026 sei ein "besonders ungewöhnliches Jahr" mit "außergewöhnlich heftigen" klimatischen Bedingungen.
Die Iberische Halbinsel hat besonders unter dem Klimawandel zu leiden: Seit Jahren stöhnen die Menschen dort unter extremen, immer längeren Hitzewellen, auch schon vor Beginn des Sommers. Im Herbst und Winter folgen dann immer häufiger Starkregen und Überschwemmungen.