Jahrhunderte nach seinem Tod zählt Michel de Nostredame, besser bekannt als Nostradamus, zu den meistdiskutierten "Propheten" der Weltgeschichte. Der im französischen Saint-de-Rémy-de-Provence geborene Apotheker schrieb im 16. Jahrhundert seine heute berühmten Vierzeiler nieder, die Ereignisse bis zum Jahr 3797 voraussagen sollen. Auch für das Jahr 2026 versuchen Anhänger und Deutungs-Experten, die Botschaften in seinen kryptischen Versen zu entschlüsseln.
Das altfranzösische Werk Les Prophéties umfasst insgesamt 942 Quatrains, die über numerologische Zuordnungen oder inhaltliche Parallelen zu aktuellen politischen und sozialen Entwicklungen mit bestimmten Jahren in Verbindung gebracht werden
Für das Jahr 2026 wird vor allem der Vers 26 häufig zitiert: "Der große Bienenschwarm wird aufsteigen, sodass man nicht wissen wird, woher sie gekommen sind; bei Nacht der Hinterhalt, der Wächter unter den Reben, die Stadt ausgeliefert durch fünf Schwätzer, die nicht nackt sind."
Das deuten einige Nostradamus-Experten als den Beginn einer neuen Weltordnung. Die Bienen könnten als Symbol für Macht stehen und auf politische Machthaber wie Donald Trump oder Wladimir Putin hindeuten, die im Jahr 2026 Erfolge erzielen oder neue Bündnisse eingehen.
Andere sehen durch die Kombination weiterer Verse das blutige Ende eines langen Krieges - etwa jenen in der Ukraine. Ergänzt mit einer weiteren Stelle der jahrhundertealten Prophezeiung, befürchten Nostradamus-Anhänger den Machtverlust des Westens. Darin heißt es: "Drei Feuer erheben sich von den östlichen Seiten, während der Westen leise sein Licht verliert."
In einem weiteren Vers, der ebenfalls mit 2026 assoziiert wird, ist von einem "Feuer am Himmel" die Rede, was auf eine Naturkatastrophe durch den Klimawandel hindeuten könnte. Außerdem taucht das Bild eines "brennenden Sterns" auf, der sieben Tage lang am Himmel zu sehen sein soll. Das könnte auf einen Meteoriteneinschlag hindeuten.
Doch nicht alle Deutungen sind ausschließlich düster: Der letzte Vierzeiler für dieses Jahr endet mit dem Satz: "Die Schatten werden fallen, aber der Mann des Lichts wird aufsteigen." Dies wird oft als Beginn einer Umbruchphase gesehen, die auch Erneuerung oder einen Wandel für die Menschheit in Aussicht stellen könnte.
Während Skeptiker betonen, dass Nostradamus seine Strophen nie mit klaren Daten versah und sie deshalb mit heute kaum belegbaren Ereignissen verknüpft werden, bleibt die Faszination groß. Insbesondere in Zeiten zunehmender Unsicherheit greifen viele Menschen auf die mysteriösen Verse zurück, um vermeintliche Zeichen für die Zukunft zu erkennen – ob in Politik, Klima oder Kosmos.