Seit Jahrhunderten versuchten Menschen in Österreich, aus Wetterbeobachtungen und Naturzeichen Rückschlüsse auf die kommenden Wochen und den Frühling zu ziehen. Bauernregeln beruhen auf langjährigen Beobachtungen, nicht auf moderner Meteorologie. Manche treffen erstaunlich oft zu, andere widersprechen sich sogar. Meteorologen betonen: Sie ersetzen keine Wettervorhersage, sind aber ein kulturelles Erbe und spiegeln den engen Bezug zwischen Mensch, Natur und Jahreszeiten wider.
Der 6. Februar steht im bäuerlichen Kalender ganz im Zeichen von St. Dorothea – und mit ihr kommt eine der bekanntesten Winter-Bauernregeln. Seit Jahrhunderten gilt dieser Tag als Höhepunkt der Kälte, als letzter großer Prüfstein des Winters, bevor langsam der Frühling näher rückt. Sie besagt: Rund um den 6. Februar zeigt der Winter oft noch einmal seine härteste Seite. Tiefe Temperaturen, Frostnächte oder eisiger Wind galten früher als völlig normal – und als Zeichen dafür, dass der Winter bald "seinen Zenit" überschritten hat.
Manchmal bringt die Dorothee uns den allermeisten Schnee.
Die Heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee.
Stankt Dorothee bringt meist Schnee.
Nach dem Dorotheentag, kein Schnee mehr gerne kommen mag.
Bringt Dorothee recht viel Schnee, bringt der Sommer guten Klee.
Bauernregeln orientieren sich nicht zufällig an Heiligentagen. Der frühe Februar liegt klimatologisch oft in einer Phase, in der gespeicherte Kälte noch wirkt, die Tage zwar länger werden, die Sonne aber noch wenig Kraft hat. St. Dorothea markiert damit symbolisch den letzten großen Winter-Wendepunkt.
So streng die Regel klingt, sie trägt auch eine beruhigende Botschaft in sich: Nämlich, dass in manchen Regionen nach diesem Datum die schlimmste Kälte überstanden sei – auch wenn Schnee und Frost noch möglich bleiben.