Tierischer Frühling

Immer mehr Hunde leiden unter Pollenallergien

Nicht nur uns Menschen setzt der Frühling mit seiner Blütenpracht zu, auch immer mehr Hunde haben Allergien gegen Pollen und Gräser.
11.03.2026, 11:23
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Nicht genug, dass unsere Vierbeiner mittlerweile immer öfter unter Futterunverträglichkeiten leiden, wird auch der Frühling schon häufig zum Problem. Wir mögen es zwar nicht immer erkennen, da Hunde mit Pollen- und Gräserallergien nicht mit ständigen Niesen reagieren, doch fast jeder sechste Hund ist auf das fliegende Partikelmeer allergisch.

Der Österreichische Tierschutzverein gibt Tipps zur Symptomerkennung und rät zu einem tierärztlichen Check-up.

Wenn Gassigehen krank macht

Während viele Menschen durch den Pollenflug mit Dauerschnupfen kämpfen, leiden unsere Hunde an Juckreiz, Hautrötungen und Entzündungen. Rund 15 Prozent der Vierbeiner in Österreich reagieren allergisch auf Gräser und Pollen – und das nicht nur im Frühling. Doch oft wird das ständige Kratzen und Pfotenlecken falsch gedeutet.

Beispiel "Emma"

Emma ist eine lebensfrohe junge Golden-Retriever-Hündin. Sie saust voller Freude über die Wiese. Doch nach wenigen Minuten beginnt sie unaufhörlich, ihre Pfoten zu lecken, und die Haut ist auch am Bauch und Kopf gerötet. Emma reagiert allergisch auf Gras-, Kräuter- oder Baumpollen und damit ist sie in guter Gesellschaft: Rund 15 Prozent aller Hunde in Österreich sind heute von Pollenallergien betroffen!

„Besonders betroffen sind Rassen wie Golden Retriever, West Highland Terrier oder Französische Bulldoggen, die genetisch zu empfindlicher Haut neigen“
Bea RomstorferHunde-Expertin, Assisi Hof

Doch bitte nicht glauben, dass Allergien "nur" Rassehunde durch zu wenige genetische Vielfalt bekommen. Auch immer mehr Mischlinge, wie "Heute"-Bloghund "Keks" beweist, haben Allergien und Unverträglichkeiten, die man sich manchmal kaum erklären kann. Einige Forscher sprechen von Folgen des Klimawandels, da viele Pflanzen länger und intensiver blühen, andere denken wieder an zu viel Umweltbelastung und deshalb ein weniger stabiles Immunsystem.

"Unbehandelte Allergien führen zu chronischem Leiden, Sekundärinfektionen und steigenden Kosten", weiß die erfahrene Hundetrainerin. Sie appelliert: Hautprobleme ernst nehmen, nicht selbst behandeln, sondern tierärztlichen Rat einholen.

Hunde können nicht sagen, wo es juckt – daher genau hinschauen:

  • Dauer-Lecken: Ständiges Pfoten- oder Gesichtslecken ist ein Frühzeichen für Pollenallergien, da sich Pollen dort ablagern und starken Juckreiz auslösen.
  • Rote Ohren: Wiederkehrende Ohrenentzündungen mit Rötung oder Geruch deuten auf allergische Reaktionen hin.
  • Kratzattacken: Intensives Kratzen bis zur Hautverletzung zeigt chronischen Juckreiz, Unruhe und kann Sekundärinfektionen verursachen – ein klarer Grund für den Tierarztbesuch.

Das kann helfen:

• Pfoten und Fell reinigen: Nach jedem Spaziergang Pfoten, Bauch und Fell mit einem feuchten Tuch säubern und gut trocknen. Pollen werden so entfernt, die Allergen-Last sinkt, und der Juckreiz nimmt ab.
• Früh reagieren: Rechtzeitige Behandlung schützt vor Hautschäden, Infektionen, hohen Kosten und bewahrt die Lebensqualität des Hundes.
• Tierärztliche Abklärung: Bei häufigem Kratzen, Lecken oder Hautrötungen den Tierarzt aufsuchen – eine präzise Diagnose ist die Basis für wirksame Behandlung. Gemeinsam mit dem Tierarzt wird die Therapie meist aus systemischen Medikamenten, topischen Präparaten und Immuntherapie kombiniert.
• Hyposensibilisierung prüfen: Eine Desensibilisierung kann das Immunsystem schrittweise an Pollen gewöhnen. Die Therapie dauert 1–3Jahre und lindert bei vielen Hunden langfristig die Symptome, wirkt aber nicht bei jedem Hund.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 11.03.2026, 11:23
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