Noch ist der Winter nicht ganz vorbei, doch für Millionen Allergiker hat die Leidenszeit längst begonnen. Hasel- und Erlenpollen fliegen bereits durch die Luft, und die Birkenpollen werden in den nächsten Wochen folgen.
Der Grund: Durch steigende Temperaturen und Klimaveränderungen beginnt die Pollensaison immer früher im Jahr und dauert deutlich länger an. Gleichzeitig produzieren Bäume unter Stress mehr Pollen - und die sind auch noch aggressiver als früher.
Wie spektrum.de berichtet, erklärt Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der Uni Augsburg: "Die Pollen starten früher im Jahr und fliegen länger in das Jahr hinein." Es gebe zudem mehr Pollen pro Tag, "weil die Bäume unter Stress sind, unter Trocken- und unter Verschmutzungsstress". Das führe dazu, dass der einzelne Pollen aggressiver werde und mehr Eiweiße freisetze, die Allergien auslösen.
Besonders gefährlich sind laut der Wissenschaftlerin die Pollen des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia). "Das macht starkes Asthma", warnt Traidl-Hoffmann. Diese Pollen starten ab Juli. Die Expertin rechnet mit einem exponentiellen Anstieg der Pollenkonzentration und steigenden Patientenzahlen.
Nicht nur die Pollen selbst machen den Menschen zu schaffen. Auch die starken Temperaturschwankungen führen laut aktuellen Forschungsergebnissen dazu, dass Menschen vermehrt mit Entzündungen der oberen Atemwege in die Krankenhäuser kommen - sowohl bei extremer Kälte als auch bei extremer Wärme.
"Wir sehen immer mehr Menschen mit Allergien", sagt Traidl-Hoffmann. "Die Umwelt wird allergener, das heißt die Pollen werden aggressiver und es sind mehr Pollen da." Gleichzeitig würden Schadstoffe die menschlichen Schleimhäute und die Haut durchlässiger machen - und erst dadurch komme man in Kontakt mit den Allergenen.
Aktuell fliegen die Haselpollen, die Erle folgt bereits. Die Birke dürfte Mitte bis Ende März ihr Maximum erreichen und noch im April unterwegs sein. Im Sommer kommen dann die Gräser dazu. Fachleute bestätigen, dass 2026 ein besonders intensives Pollenjahr werden könnte.
Das Fazit der Umweltmedizinerin fällt deutlich aus: "Wir verändern diese Umwelt und die veränderte Umwelt wirkt auf uns." Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte sich frühzeitig mit Medikamenten eindecken und den aktuellen Pollenflug im Auge behalten.