Tierische Tragödie

Staupe unterschätzt! 72 Tiger im Elend gestorben

Nach dem Ausbruch einer Tierseuche im thailändischen "Tiger Kingdom" bleibt die Ursache unklar. Die Behörden setzen auf Impfungen und Reinigung.
Heute Tierisch
23.02.2026, 06:22
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Nur wenige Wochen hat es in der thailändischen Provinz Chiang Mai gedauert, dass insgesamt 72 Tiger in einem privaten Raubtierpark an dem hochansteckenden Staupe-Virus gestorben sind.

Bei Pantherkatzen wie Tigern ist die Staupe schwerer festzustellen, erklärte ein Sprecher der Veterinärbehörde. Das liegt daran, dass diese Tiere – im Gegensatz zu Hunden oder Hauskatzen – nicht ständig mit Menschen in Kontakt sind. Es soll deshalb länger dauern, bis man Symptome erkennt.

„Als wir merkten, dass sie krank sind, war es schon zu spät.“

Die genauen Todesursachen der einzelnen Tiere und der Grund für den Ausbruch sind bisher noch nicht geklärt. Die Behörden versuchen jetzt, durch gründliche Reinigung der Gehege und Impfungen der Raubkatzen im sogenannten "Tiger Kingdom" eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Vor allem unsere Hunde wären beliebte Wirtstiere des Staupe-Virus und müssen unbedingt dagegen geimpft werden, da es auch in Österreich durch wildlebende Fleischfresser wie Fuchs, Marder, Dachs und Fischotter zu Staupenfällen kommt.

Die Überlebenschance nach einer Infektion ist sehr gering und meist mit neurologischen Schäden verbunden.

Dem Direktor der Naturschutzbehörde in Chiang Mai, Kritsayarm Kongsatri, zufolge ist die hohe Zahl an toten Tieren sehr ungewöhnlich. Im Oktober 2004 gab es zuletzt einen größeren Ausbruch im Sriracha-Tigerzoo in Chonburi im Osten Thailands. Damals brach die Vogelgrippe aus, 144 der 441 Tiger starben oder mussten eingeschläfert werden, um das Virus einzudämmen.

PETA übt harte Kritik

Der betroffene Tierpark lockt Touristen damit, dass sie die Raubkatzen angreifen und Fotos mit ihnen machen können. Seit dem Ausbruch am 8. Februar ist der Park vorübergehend geschlossen.

„Diese Tiger sind gestorben, wie sie gelebt haben - in Elend, Gefangenschaft und Angst“
Tierrechtsorganisation PETA

Tierschützer üben scharfe Kritik an solchen Einrichtungen, weil die Bedingungen dort alles andere als tierfreundlich sind. "Wenn die Touristen wegblieben, würden solche Einrichtungen sich rasch nicht mehr rentieren, und derartige Tragödien würden deutlich unwahrscheinlicher."

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