Der 24. Februar ist im traditionellen Bauernkalender dem Apostel Matthias gewidmet – und ihm wird eine besondere Rolle zugeschrieben. Laut der bekannten Wetterregel "Der Matthias hat uns lieb, er gibt dem Baum den ersten Trieb" bringt Matthias den ersten Lebenshauch zurück in die Natur. Heißt: Die Bäume beginnen auszutreiben, der Winter verliert langsam an Kraft.
Mit dem "ersten Trieb" ist gemeint, dass gegen Ende Februar die Vegetation langsam erwacht. Die Tage werden spürbar länger, die Sonne gewinnt an Kraft – selbst wenn es noch einmal frostig wird. Tatsächlich gilt der Zeitraum rund um den 24. Februar oft als meteorologischer Wendepunkt zwischen Winter und Vorfrühling.
Ende Februar zeigt sich das Wetter in Wien typischerweise wechselhaft: morgens noch kalt, tagsüber aber bereits milder, mit ersten zweistelligen Temperaturen. Und tatsächlich: passend zur Bauernregel prognostiziert die Wettervorhersage für die kommende Woche Temperaturen zwischen 10 und 13 Grad.
Auch wenn es nachts noch friert, reicht die zunehmende Sonneneinstrahlung oft schon aus, um Knospen anschwellen zu lassen. Vor allem Haselsträucher oder erste Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse sind jetzt vielerorts zu sehen – ein sichtbares Zeichen dafür, dass "Matthias" tatsächlich am Werk sein könnte.
Meteorologisch ist das kein Zufall. Ende Februar steht die Sonne bereits deutlich höher als im tiefen Winter. Selbst bei kühlen Luftmassen reicht die stärkere Einstrahlung aus, um Böden und Luft tagsüber schneller zu erwärmen. Das führt zu spürbaren Temperatursprüngen zwischen Morgen und Nachmittag.
Allerdings bedeutet das nicht automatisch stabiles Frühlingswetter. Spätwinterliche Kaltlufteinbrüche sind weiterhin möglich – vor allem, wenn Nord- oder Ostströmungen dominieren. Dann können die Temperaturen auch noch einmal deutlich sinken.
Der Zeitraum rund um den 24. Februar markiert weniger einen abrupten Frühlingseinzug als vielmehr eine Übergangsphase: wechselhaftes Wetter, milde Tage, kalte Nächte. Typisch für Wien sind jetzt sonnige Abschnitte im Wechsel mit Wind, Wolken oder einzelnen Regenschauern.
Trotzdem zeigt die Erfahrung: Nach dem "Matthias-Tag" häufen sich die milden Tage, während Dauerfrost immer unwahrscheinlicher wird.