Ob im Werkzeugkasten daheim oder in der Garage – WD-40 darf einfach nicht fehlen. Es macht quietschende Türen wieder leise, löst festsitzende Schrauben und verdrängt Feuchtigkeit. Aber das Spray kann laut 20 Minuten noch einiges mehr, als du vielleicht vermutest.
Sein ungewöhnlicher Name hat einen simplen Grund: WD steht für "Water Displacement", also Wasserverdrängung. Der Chemiker Norm Larsen hat in den 1950ern nach einer Formel gesucht, die durch Wasserverdrängung Rost verhindern kann. Sein 40. Versuch war erfolgreich, darum heißt das Produkt heute WD-40. Die Formel selbst ist streng geheim.
WD-40 ist ein sogenanntes Kriechöl. Das bedeutet, es handelt sich um ein dünnflüssiges Öl, das sich gut verteilt und Wasser verdrängt. Klassisch wird es zum Lösen von verrosteten Schrauben verwendet. Die behandelte Stelle ist danach auch zeitweise vor neuem Rost geschützt. Aber es gibt noch viele überraschende Einsatzmöglichkeiten für das Spray.
Du hast einen Ring, der nicht mehr vom Finger will? Oder ein Reißverschluss klemmt? Sprüh einfach etwas WD-40 drauf – schon lässt sich beides meist wieder problemlos bewegen.
Ganz egal ob am Teppich, am Schuh oder sogar in den Haaren: Mit WD-40 bekommst du Kaugummi fast überall weg. Einfach aufsprühen, vorsichtig abziehen und bei Bedarf nochmal nachsprühen. Wichtig: Danach gründlich putzen.
Nicht nur Kaugummi, sondern auch lästige Klebereste – zum Beispiel von Preisschildern oder Etiketten auf Marmelade- und Gurkengläsern – verschwinden mit WD-40. Draufsprühen, kurz einwirken lassen und mit einem feuchten Tuch abwischen. Kommt die Fläche später mit Lebensmitteln in Berührung, solltest du sie unbedingt auch mit Seife reinigen.
Mit WD-40 kannst du vielen hartnäckigen Flecken zu Leibe rücken – vor allem ölbasierten, wie von Wachsmalstiften, Schmierfett oder Lippenstift. Aber Achtung: Nicht alle Oberflächen vertragen das Spray gleich gut. Metall ist meist unproblematisch, bei Gips, Beton oder Naturstein solltest du vorher an einer unauffälligen Stelle testen.
Bei Kleidung legst du das betroffene Stück am besten auf eine saubere Unterlage, sprühst WD-40 drauf und wartest kurz. Dann tupfst du den Fleck mit einem sauberen Tuch von außen nach innen weg. Andere Methoden arbeiten zusätzlich mit Backpulver oder Geschirrspülmittel.
Bevor du das Kleidungsstück wäschst, solltest du die Stelle mit Flüssigwaschmittel einreiben. WD-40 ist ölbasiert und kann sonst selbst Flecken hinterlassen. Wasche das Kleidungsstück am besten so bald wie möglich. Und: Nicht jedes Material reagiert gleich – probiere es daher immer zuerst an einer unauffälligen Stelle aus.
Bei Böden ist etwas Vorsicht geboten: Auf Stein- und Kunststoffböden kannst du WD-40 verwenden, musst aber danach gründlich reinigen. Bei unbehandelten Holzböden ist das Spray nicht zu empfehlen, weil die anschließende Reinigung zu aggressiv ist. Behandelte Holzböden kannst du vorsichtig testen. Achtung: Wenn du nicht ordentlich nachwischst, besteht Rutschgefahr!
Edelstahloberflächen, etwa der Deckel vom Mistkübel, bekommen mit der Zeit oft Flecken, die scheinbar nicht mehr weggehen. Sprüh ein wenig WD-40 auf ein Tuch, reibe die Flecken weg und putze danach mit einem normalen Reinigungsmittel nach. Besonders gründlich solltest du bei Flächen sein, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Nach einer langen Dusche ist der Spiegel im Bad immer beschlagen? Es gibt verschiedene Tricks – etwa beheizte Spiegel oder Rasierschaum. Oder du greifst zu WD-40: Einfach auf den Spiegel auftragen und gut trockenwischen.
Wenn im Winter das Türschloss am Auto einfriert, kannst du das mit WD-40 verhindern. Einfach einsprühen – so bleibt das Schloss gängig, auch wenn es draußen richtig kalt ist.
WD-40 sollte nicht ins Grundwasser gelangen. Anwendungen als WC-Reiniger, wie sie auf einigen Websites empfohlen werden, sind ein No-Go. Du solltest den Spray nur in gut belüfteten Räumen einsetzen und unbedingt darauf achten, dass du bei Oberflächen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, zwingend sehr sauber nachwischen musst.
Auch zum Schmieren von beispielsweise Fahrradketten eignet sich das Standard-Produkt nicht, es verdrängt das tatsächlich schmierende Fett zu sehr.