Von Lecks in fossilen Brennstoffen und Mülldeponien bis hin zu Viehbeständen und Feuchtgebieten – Methan wird überall auf der Welt freigesetzt. Es ist als starkes Treibhausgas nach Kohlendioxid die zweitgrößte Ursache der anhaltenden Erderwärmung.
Im Vergleich Molekül für Molekül ist CH4 sogar noch schlimmer, denn es speichert etwa 30 Mal mehr Wärme als CO2. Die gute Nachricht: Methan bleibt, anders als Kohlendioxid, nicht Jahrhunderte, sondern nur etwa ein Jahrzehnt in der Atmosphäre. Eine Reduzierung der Methanemissionen kann schnell zu Klimavorteilen führen – wenn denn gehandelt wird.
"Wenn wir verstehen, woher Methan kommt, können wir gezielte Lösungen finden und haben eine echte Chance, die Erwärmung eher früher als später zu verlangsamen", informiert die europäische Weltraum-Agentur ESA. Sie zeigt nun in einer Animation, wie sich das Treibhausgas im Jahr 2024 in der Atmosphäre verteilt hat und wo es sich konzentriert.
Eines der leistungsstärksten Instrumente im Kampf gegen Methanemissionen sind Satelliten. Die gleiche Technologie, die die Methanüberwachung im Öl- und Gassektor revolutioniert hat, nimmt jetzt auch Mülldeponien ins Visier. Diese gelten als potenzielle Quellen von über 10 Prozent der vom Menschen verursachten Methan-Emissionen.
Daten aus der Sentinel-5P-Mission der ESA liefern einen umfassenden Überblick über Methan in ganzen Regionen. Hochauflösende Instrumente wie die von GHGSat – einem kanadischen Anbieter von Emissionstechnologie, der Satelliten und Flugzeuge einsetzt – können darauf aufbauend die genauen Quellen lokalisieren.
Im Mai 2025 nahm der 25 × 25 Meter große Sensor von GHGSat detaillierte Momentaufnahmen von Methanwolken über der Deponie Las Dehesas bei Madrid auf. Gleichzeitig flogen Forschungsflugzeuge mit Detektionsinstrumenten tief über das Gelände. Damit wurde eine ultrafeine Karte erstellt, die selbst winzige Lecks auf den Meter genau aufzeigt.
Die Copernicus Sentinel-5P-Mission hat bereits die Methanemissionen an 217 potenziellen Standorten aus dem All untersucht. Anfang 2025 hatte eine Forschungsgruppe die größten Dauer-Emittenten identifiziert.
Unter den Top 10 finden sich nur zwei natürliche Quellen: der Sudd, das Sumpf- und Überschwemmungsgebiet des Nils im Südsudan, mit 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr und die Esteros del Iberá, ein Sumpfgebiet im Norden Argentiniens (3,3 Mio. t).
Die größte anthropogene Quelle waren die Öl- und Gasfelder an der Westküste Turkmenistans.
Zu den zehn größten anhaltenden Emissionsquellen gehörten drei Kohlefelder in der chinesischen Provinz Shanxi (zusammen 7,6 Mio. t) sowie Kusnezk, eines der größten Kohlebergbaugebiete Russlands (2,4 Mio. t).
Auf Platz 10 (2,2 Mio. t) landet das Permian-Becken, die wichtigste Erdölregion der USA.