"Sentinel-4"

Neuer Satellit überwacht uns jetzt rund um die Uhr

Ein neuer Satellit überwacht erstmals rund um die Uhr die Luftqualität in Europa. Seine hochauflösenden Scans sollen Vorhersagen enorm verbessern.
Roman Palman
07.07.2025, 06:29
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Zum ersten Mal bekommt Europa einen eigenen geostationären Satelliten zur Überwachung der Luftqualität über unserem Kontinent. "Sentinel-4" wird nach seinem Start am 1. Juli von Cape Canaveral in Florida auf eine Höhe von 36.000 km über der Erde gesteuert. Das ist 50-mal höher als der niedrige Erdorbit der meisten anderen Satelliten.

Die Position weit draußen hat einen entscheidenden Vorteil für das europäische Erdbeobachtungsprogramm: "Sentinel-4" kann erstmals Europa rund um die Uhr beobachten und stündlich hochauflösende Scans anfertigen. Die bisherigen Copernicus-Satellitenmissionen zur Luftgütemessungen lieferten nur ein Bild pro Tag.

Die neuen Sentinel-4-Daten sollen es dem Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) ermöglichen, ihre Luftqualitätsvorhersagen und -analysen für Europa deutlich zu verbessern.

Der Spektrometer an Bord misst die Werte der wichtigsten Luftschadstoffe, wie die giftigen Spurengase Stickstoffdioxid (NO₂), das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, und Ozon (O₃), das in der Regel im Windschatten der Verschmutzungsquellen auftaucht.

Ebenfalls können Schwefeldioxid (SO₂), Formaldehyd (HCHO) und Aerosole abgebildet werden.

Dieses Bild zeigt eine künstlerische Vorschau auf das, was Sentinel-4 enthüllen könnte. Es basiert auf aktuellen NO₂-Messungen des Sentinel-5P-Satelliten.
EU / Sentinel-5P

"Das Neue an Sentinel-4 ist, dass es uns ermöglichen wird, den Tageszyklus einiger der wichtigsten Luftschadstoffe zu beobachten", erklärt Florence Rabier, Generaldirektorin des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), den Hintergrund.

Und weiter: "Dies ist sehr wichtig, um das Zusammenspiel zwischen Chemie, Physik und den zugrunde liegenden Emissionen besser zu verstehen. Wenn wir besser beobachten können, können wir auch besser modellieren und vorhersagen."

Die "Sentinel-4"-Mission ergänzt die Beobachtungen des bereits bestehenden "Sentinel-5P". Ein zweites Instrument, "Sentinel-4B", soll in einigen Jahren gestartet werden, um die Kontinuität der Daten über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten.

"Sentinel-4 und die kommenden Missionen sind für unseren Dienst von entscheidender Bedeutung", sagte Richard Engelen, stellvertretender Direktor von CAMS. Sie sollen es in naher Zukunft ermöglichen, die Emissionen von Treibhausgasen und einige der durch die europäische Gesetzgebung regulierten Luftschadstoffe zu überwachen.

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