Tierisches Wissen

Wer hat die längste Zunge und wer ist "Herkules"?

Ob Grünspecht, Wildbiene oder Igel: Im Garten leben faszinierende Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten und überraschenden Eigenheiten.
Heute Tierisch
06.04.2026, 07:41
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Der Grünspecht, bei uns oft Erdspecht genannt, hat einen besonderen Trick auf Lager. "Seine Zunge kann bis zu zehn Zentimeter lang sein. Mit dieser holt er Ameisen aus der Erde", erklärt Andreas Kleewein, Geschäftsführer von BirdLife Kärnten.

Der Specht sucht in der Wiese nach Futter, pickt mit dem Schnabel in die Erde, öffnet ihn leicht und dreht sich dann im Kreis, um das Loch zu vergrößern. Das nennt man Zirkeln. Auffällig ist beim Grünspecht auch die sogenannte "Zorro-Maske". Kleewein: "Er unterscheidet sich vom Grauspecht durch das schwarze Gesichtsfeld." Nicht zu überhören ist außerdem sein Ruf, der an ein Lachen erinnert.

Die Kohlmeise riecht ihr Futter.
(Bild: EPA)

Die Kohlmeise

Die Kohlmeise hat einen besonders guten Riecher. "Diese Vogelart kann sich durch ihren Geruchssinn in ihrem Revier orientieren und Nahrung finden", sagt Kleewein. Sie erkennt also am Geruch, ob ihr ein Platz taugt – ob es dort Bäume, Sträucher und Wasser gibt. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Insekten.

Nur Männchen mit kräfig orangfarbigen Schnabel kommen bei der Amsel zum Zug.
Lukas Grabher

Die Amsel

Bei der Amsel zählt das Aussehen doch. Das Weibchen achtet bei der Partnerwahl genau auf die Schnabelfarbe des Männchens. Ein kräftig orangefarbener Schnabel hat klar die Nase vorn. "Je intensiver die Farbe des Schnabels ist, desto vitaler und stärker ist das Männchen", erklärt Kleewein. Und weiter: "Je fitter ein Männchen ist, desto fitter sind die Nachkommen." Auch das Gefieder spielt eine Rolle. "In der Vogelwelt gilt generell: je ausgeprägter und glänzender das Gefieder ist, umso größer der Erfolg bei der Balz."

Der Schnabel ist mit dem Kopf des Buntspechtes fest verwachsen, weshalb er auch keine Kopfschmerzen beim "trommeln" bekommt.

Der Buntspecht

Der Buntspecht trommelt jetzt im Frühling an allem, was den Schall gut weiterträgt – etwa an Telegrafenmasten, Blechabdeckungen oder hohlen Bäumen. Damit markiert er sein Revier und hält andere Spechte fern. "Zwei Sekunden lang kann ein Trommelwirbel andauern und aus zehn bis 20 Schnabelschlägen bestehen", sagt Kleewein.

Wer glaubt, dass der Specht davon Kopfweh bekommt, liegt falsch. "Der Schnabel ist fest mit dem Schädel verwachsen und im Bereich des Hinterkopfes ist der Knochen sehr stark. Zudem gibt es Muskeln innerhalb des Schädels, die die Stoßwellen abfedern", so Kleewein. Der Specht hat also ein eingebautes Stoßdämpfersystem.

Der Spatz ist wohl der geselligste Vogel im Garten.
iStock©EyeEm Mobile GmbH

Der Spatz

Der Haussperling, bei uns Spatz genannt, ist ein richtiger Gesellschaftsvogel – auch zur Brutzeit. "Spatzen brüten gerne in Kolonien", sagt Kleewein. Ganz anders als die Kohlmeise, die ihr Revier verteidigt und Abstand hält. Der Haussperling ist ein echter Körnerfresser. Außerhalb der Aufzuchtzeit frisst er hauptsächlich Körner und Samen. "Die Jungen werden aber fast ausschließlich mit Insekten gefüttert", erklärt der Experte.

Unser Rotkehlchen ist eher schüchtern.
Bild: Unsplash

Das Rotkehlchen

Das Rotkehlchen lebt lieber zurückgezogen. "Es versteckt sich gerne in Sträuchern und Hecken, dort fühlt es sich sicher", sagt Kleewein. Sein Gesang ist besonders melodisch und ausgeklügelt. Auch wenn das Rotkehlchen eher schüchtern wirkt, verteidigt es sein Revier sehr energisch. "Kämpfe können mitunter tödlich enden", so Kleewein. Die rote Kehle ist bei den Männchen intensiver gefärbt als bei den Weibchen.

Der Igel ist ein richtiges Muskelpaket.
Symbolbild, Österreichischer Tierschutzverein

Der Igel

Der Igel ist ein richtiges Muskelpaket. "Der Igel ist ein wahres Muskelpaket", sagt Carolina Trcka-Rojas, Ökologin und Projektleiterin beim Naturschutzbund. Jeder Stachel wird von einem eigenen Muskel bewegt, und mit dem Ringmuskel kann sich der Igel komplett einrollen. "Igel sind nicht besonders schnell, aber ihr Revier ist im Schnitt zehn Hektar groß", so Trcka-Rojas. In der Stadt ist das Revier meist ein bis fünf Hektar groß.

Die Wildbienen werden auch gerne mit kleineren Hummeln verwechselt, doch bei 700 Arten kann man sich auch unmöglich alle merken.
iStock

Die Wildbiene

Wildbienen sind laut Trcka-Rojas sogar bessere Bestäuber als Honigbienen. "Im Vergleich sind sie teilweise doppelt so effizient, bei manchen Arten zehnmal so effizient", erklärt sie. Wildbienen sind schneller, können mehr Pollen sammeln und manche Arten sind sehr wählerisch, fliegen also nur auf bestimmte Blüten. Die meisten Wildbienen leben einzeln und bauen ihre Nester in abgeschnittenen Brombeer- oder Lauchstängel, in Sand, Baumritzen, dem Boden oder leere Schneckenhäuser.

Amphibien und Reptilien, wie Frösche und Kröten, brauchen nicht zwingend einen Teich zum Leben, sie können sich auch gut im Garten aufhalten. "Sie sind nur kurz, zum Ablaichen, am Teich", sagt Trcka-Rojas. Komposthaufen, Asthaufen und dichte Hecken sind beliebte Verstecke. Kröten und Frösche sind dort oft zu finden. Ein spannendes Detail zur Blindschleiche: Diese Eidechsenart hat, anders als Schlangen, Augenlider und kann blinzeln.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.04.2026, 07:41
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