Vom 3. bis 6. Jänner ruft BirdLife Österreich wieder zur beliebten Mitmach-Aktion "Stunde der Wintervögel" auf. Bereits zum 17. Mal sind Naturinteressierte, Familien und Vogelfans im ganzen Land eingeladen, eine Stunde lang die gefiederten Besucher in Gärten, auf Balkonen oder in Parks zu beobachten und zu zählen.
Unter dem Motto "Zähl mit uns!" wird dabei wertvolles Wissen über die Entwicklung der heimischen Vogelbestände gesammelt.
Im Vorjahr beteiligten sich rund 27.000 Menschen an der Aktion und meldeten mehr als 646.000 gezählte Vögel. Damit gilt die "Stunde der Wintervögel" als größte Citizen-Science-Initiative Österreichs. Besonders häufig wurde dabei die Kohlmeise gesichtet, die sich erneut als Stammgast an heimischen Futterstellen erwies.
Ein Blick auf die langfristigen Ergebnisse zeigt jedoch auch eine Entwicklung, die aufmerksam macht: Während bei den ersten sechs österreichweiten Zählungen noch rund 40 Vögel pro Meldung gezählt wurden, lagen die Werte in den vergangenen Jahren deutlich niedriger und erreichten zuletzt kaum mehr als 30 Vögel pro Meldung – konkret 31 im Jahr 2025.
"Es geht bei der Wintervogelzählung weniger darum, exakte Bestandszahlen zu ermitteln, sondern vielmehr, langfristige Trends zu erkennen. Ob allein, mit Freund:innen oder der Familie – jede Meldung trägt dazu bei, diese Entwicklungen in der Vogelwelt sichtbar zu machen", betont Evelyn Hofer von BirdLife Österreich.
Ziel der Aktion ist es, Veränderungen in der Vogelwelt zu dokumentieren und auf dieser Basis gezielte Schutzmaßnahmen ableiten zu können. Gerade der Rückgang der durchschnittlich gezählten Vögel pro Meldung macht die Beteiligung möglichst vieler Menschen umso wichtiger.
An den Futterhäuschen herrscht derzeit vielerorts bereits reger Betrieb: Meisen, Spatzen, Finken und andere Arten nutzen das zusätzliche Nahrungsangebot intensiv.
Die Schneefälle der vergangenen Tage, vor allem in Ostösterreich, haben natürliche Futterquellen in manchen Regionen schwerer zugänglich gemacht.
So funktioniert die Teilnahme:
1. Datum wählen: 3., 4., 5. oder 6. Jänner 2026
2. Eine Stunde lang zählen: Alle Vögel im Garten, am Balkon oder im Park beobachten
3. Beobachtungen melden:
o Online unter www.birdlife.at (bis 14. Jänner 2026)
o Oder per Post an BirdLife Österreich, Diefenbachgasse 35/1/6, 1150 Wien (Poststempel 14. Jänner 2026)
Auch die für die kommenden Tage angekündigten Schneefälle in weiten Teilen des Landes dürften den Andrang an den Futterstellen weiter verstärken.
"Bei stärkeren Schneefällen und geschlossenen Schneedecken weichen viele Vögel aus dem Umland und den Wäldern in die Siedlungen aus und besuchen dort auch gerne die Futterhäuschen. Die Stunde der Wintervögel‘ ist immer für Überraschungen gut – wir sind gespannt auf die Beobachtungen am kommenden Zählwochenende", sagt Hofer.
Mitmachen können auch Menschen, die noch wenig Erfahrung in der Vogelbestimmung haben. Bereits jetzt stehen Online-Vogelquizze zur Verfügung, mit denen sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene spielerisch ihr Wissen auffrischen und erweitern können.
Neu ist heuer außerdem ein Zeichenwettbewerb für Kinder, der die "Stunde der Wintervögel" begleitet. BirdLife Österreich lädt junge Natur- und Zeichenbegeisterte ein, ihren Lieblingsvogel im Winter zu Papier zu bringen. Die Österreichische Post AG verwandelt die Siegerzeichnungen in echte Briefmarken für die Gewinner. Zusätzlich wird unter allen Einsendungen ein MY Junior 7x28 Fernglas von Swarovski Optik verlost.
"Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse", unterstreicht Hofer und lädt alle herzlich ein: "Nehmen Sie sich am kommenden Wochenende eine Stunde Zeit, zählen Sie die Vögel im Garten, am Balkon oder im Park und melden Sie uns Ihre Beobachtungen!"
Auch Meldungen ohne Vogelbeobachtung sind wichtig, denn: "Nur so entsteht ein unverzerrtes Bild der tatsächlichen Situation und wir können erkennen, wo unsere Wintervögel besonders Unterstützung benötigen!"