"Wambacher" in Hietzing

Sanierung gescheitert – Heuriger ist endgültig pleite

Seit mehr als 170 Jahre gibt es das Heurigen-Restaurant "Wambacher" auf der Lainzer Straße. Nun steht es vor dem Aus, die Sanierung ist gescheitert.
Wien Heute
02.01.2026, 19:34
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Das Heurigen-Restaurant "Wambacher" auf der Lainzer Straße (Wien-Hietzing) ist bekannt für seine traditionellen Speisen wie Schnitzel, geröstete Kalbsleber und Altwiener Tafelspitz sowie den schattigen Gastgarten. Doch die Hietzinger Institution dürfte nun endgültig vor dem Aus stehen.

Bereits im Februar 2024 musste die Masek Genuss GmbH – Geschäftsführer Simon Masek hatte das Lokal 2021 übernommen und renoviert – einen Insolvenzantrag stellen. Den Betrieb sollen Schulden in Höhe von 700.000 Euro geplagt haben, hieß es damals seitens des Kreditschutzverbands von 1870.

Oktober-Quote konnte nicht erfüllt werden

Der Sanierungsplan ohne Eigenverwaltung, der im Juni 2024 angenommen wurde, sah eine Quote von 20 Prozent vor – das gesetzliche Mindestangebot. Wie der "Kurier" berichtet, sollen laut Creditreform aber nicht alle Teilquoten bezahlt worden sein. Am 30. Dezember 2025 wurde daher ein neuer Insolvenzantrag gestellt, 13 Mitarbeiter sind betroffen.

"Ab dem Frühjahr 2025 verschlechterte sich die Liquiditätslage zunehmend. Die im April 2025 fällige Quote konnte nicht mehr fristgerecht in voller Höhe erbracht werden und wurde daher in Ratenzahlungen an die Gläubiger geleistet; die vollständige Begleichung erfolgte bis September 2025. Die Oktober 2025-Quote konnte in weiterer Folge nicht mehr bedient werden", heißt es im Insolvenzantrag.

Zu hohe Fixkosten und Gäste-Rückgang

Ausschlaggebend seien strukturell hohe Fixkosten, insbesondere durch erhebliche Abgabenlasten, Lohnnebenkosten, die Besteuerung der Trinkgelder und Verzögerungen bei der Überweisung des Pachtzinses gewesen. Zusätzlich sei es zu einem Wasserrohrbruch im laufenden Betrieb und einem Gäste-Rückgang gekommen.

"Hervorzuheben ist, dass die Geschäftsführung zu jedem Zeitpunkt umgehend organisatorische und wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen im laufenden Betrieb gesetzt hat, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Eine schuldhafte Untätigkeit oder Verzögerung lag zu keinem Zeitpunkt vor", heißt es weiter.

Sanierung ist gescheitert

"Die kumulative Wirkung einer angespannten Ertragslage, der erhöhten Kostenstruktur sowie der fehlenden Möglichkeit, kurzfristig zusätzliche Liquidität zu generieren" hätten schließlich dazu geführt, "dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortführung der Sanierung nicht mehr gegeben waren. Mangels ausreichender Mittel zur Erfüllung der weiteren Sanierungsplanquoten musste schließlich festgestellt werden, dass die Sanierung gescheitert ist."

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